Kanadas Grüne fordern Ende der Robbenjagd

Montag, Dezember 5, 2005
St. John’s/Neufundland
Mit den Grünen hat zum erstenmal eine der im kanadischen Parlament vertretenen Parteien Stellung gegen die alljährliche Robbenjagd bezogen, die Kanada 1996 gegen vehementen internationalen Protest wieder aufgenommen hatte. Allein in den letzten drei Jahren töteten Fischer an der Ostküste nach einem Regierungsplan rund eine Million Sattelrobben.
Bei einem Auftritt in Neufundland erklärte der Vorsitzende der Grünen, Jim Harris: „Es ist Zeit, die Bundeszuschüsse für die Robbenjagd einzustellen. Stattdessen sollten mit Bundesprogrammen umweltverträgliche Jobs entwickelt werden, die Neufundland und Labrador internationales Lob einbringen.“ Das Töten von Robben sei eine Tätigkeit der Fischer außerhalb der Saison, und was sie damit verdienten, mache nur einen Bruchteil ihres Einkommens aus.
 
„Es ist schon bemerkenswert, dass Harris dies nicht weitab in Toronto, sondern in Neufundland äußerte, dem Zentrum der Robbenjagd, und somit in der Höhle des Löwen,“ merkt Dr. Ralf Sonntag an, Leiter von IFAW Deutschland.
 
Auch die Mehrheit der kanadischen Bevölkerung (64 Prozent) ist eindeutig gegen die Robbenjagd. Nach den jüngsten Umfrageergebnissen, vom IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) im September vorgelegt, fällt die Ablehnung noch deutlicher aus, wenn es speziell um das Thema „Töten von Jungrobben“ geht (71 Prozent), das „Erschlagen von Robbenbabys mit Knüppeln“ (76 Prozent) und die „Förderung der Robbenjagd mit staatlichen Subventionen“ (75 Prozent).  
 
In Europa appelliert der IFAW an Länder, durch Gesetze die Einfuhr von Robbenprodukten zu verbieten und auf diese Weise der Robbenjagd den Boden unter den Füßen wegzuziehen. „In Belgien und Holland ist dies weit fortgeschritten. Auch für Deutschland haben wir die Forderung wiederholt erhoben, hier muss die Bundesregierung jetzt ebenfalls handeln,“ so Ralf Sonntag.

Post a comment

Pressekontakt

Uli Schnapauff (IFAW, Germany)
Telefon:
+040-5554434
E-Mail: