IFAW liefert Beweismaterial für Diskussionsentwurf

Montag, Oktober 10, 2005
Straßburg
Mit den Auswüchsen der kanadischen kommerziellen Robbenjagd befaßt sich jetzt auch der Europarat. Mit ihrer Brutalität bringt die Jagd jedes Jahr die Weltöffentlichkeit auf. Von 2003 bis 2005 wurden rund eine Million Sattelrobben getötet.
Ein Diskussionsentwurf, den der italienische Abgeordnete Lino Nessa dem Umwelt- und Landwirtschaftsausschuß vorlegte, hebt vor allem den Aspekt der Grausamkeit hervor, die ungewöhnlich hohe Zahl der Opfer und ihr geringes Alter von zwei bis vier Wochen zum Zeitpunkt der Jagd (bei einer Lebenserwartung von 30 bis 35 Jahren).

Der Entwurf, der im wesentlichen auf vom IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) zur Verfügung gestellten Material basiert, empfiehlt dem Europarat, Kanada dazu aufzufordern, die grausame Jagd unverzüglich einzustellen. Der Ausschuß ließ seine Zustimmung zu dem Entwurf deutlich werden. Eine endgültige Abstimmung findet aber erst im nächsten Jahr statt.

„Der IFAW hat die deutsche Bundesregierung bereits aufgefordert, den Geist des Entwurfs umzusetzen und ein nationales Einfuhrverbot für Robbenprodukte zu beschließen,“ erklärt der Meeresbiologe Dr. Ralf Sonntag, Leiter von IFAW Deutschland.

Bei der Debatte in Straßburg waren auch Vertreter Kanadas anwesend, das beim Europarat Beobachter-Status hat. Sie verteidigten die Robbenjagd mit dem Argument, dass die Kabeljaubestände geschützt werden müßten und die Wirtschaft an der Ostküste Unterstützung brauche.

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