Islands Walfangschiffe starten in die neue Jagdsaison

Donnerstag, Juni 30, 2005
Reykjavik / Island
In Island sind die ersten Walfangschiffe ausgelaufen. Das ist der Startschuss für die neue Jagdsaison auf Wale. Seitens der isländischen Regierung gab es keine offizielle Ankündigung, doch bereits vor einigen Wochen empfahl das isländische Meeresinstitut (MRI) eine Quote von 39 Walen. Das ist die höchste Fangquote seit der Wiederaufnahme des Walfangs in 2003.
Bereits in der Vergangenheit hat der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) die isländische Regierung immer wieder dazu aufgefordert, diese Quote abzulehnen und den so genannten wissenschaftlichen Walfang zu beenden. Auch die britische, französische und deutsche Regierung haben im Mai in einer gemeinsamen Erklärung die angestrebte Quote von 39 Zwergwalen stark kritisiert.
 
Isländer zeigten bislang nur ein geringes Interesse am Kauf von Walfleisch. Dennoch wurden an ihren Küsten 62 Zwergwale seit 2003 getötet und das Fleisch anschließend auf den Märkten angepriesen. Der größte Teil blieb jedoch in den Kühllagern und wurde nie verkauft.
 
Nun unterstreicht eine neue unabhängige Studie, welche der IFAW in Auftrag gegeben hat, eindeutig: Der Walfang in Island völlig unwirtschaftlich ist. Der Bericht beruft sich auf eine Untersuchung des Absatzmarktes. Der Export der Fleischberge ins Ausland bringt außerdem kein Geld ein. Internationale Auflagen verbieten den kommerziellen Handel.
 
Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe des IFAW Deutschland, äußert sich enttäuscht über die Entscheidung der isländischen Regierung: „Der Walfang ist eine absolute Tierquälerei - das Töten der Tiere kann niemals human sein. Man hat sich hier über eine große internationale Opposition hinweggesetzt, die sich gegen den Walfang ausspricht. Unser Wirtschaftsbericht beweist eindeutig, dass Walfang in Island keine Zukunft hat.“
 
Bei der diesjährigen Konferenz der Walfangkommission in Korea hat sich die Mehrheit der Länder klar gegen den kommerziellen und den so genannten wissenschaftlichen Walfang ausgesprochen.
 
Der IFAW setzt sich weltweit für nachhaltige Whalewatching-Programme als wirtschaftliche Alternative ein. So unterstützt er auch isländische Veranstalter. Allein im letzten Jahr nahmen in Island 80.000 Touristen an Whalewachting-Touren teil.

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