Schweiz: Bisher größter Schlag gegen illegalen Handel mit Shatoosh-Schals

Donnerstag, Juni 16, 2005
Samedan/Engadin
Dem Schweizer Zoll ist der bisher größte Schlag gegen den illegalen Handel mit Shahtoosh-Schals gelungen. Insgesamt geht es um eine Menge von 537 Schals im Wert von rund 2,5 Mio Euro. Die Eidgenössische Zollverwaltung konnte in St. Moritz 38 Schals beschlagnahmen und einem bereits abgewickelten illegalen Handel mit weiteren 499 Exemplaren auf die Spur kommen.
Die Shahtoosh-Wolle gilt als die feinste Wolle, die es gibt. Shahtoosh ist persisch und bedeutet „König der Wolle“. Sie stammt von Tibet-Antilopen, die auf den kargen Hochebenen Zentralsiens in 4.000 Meter Höhe leben. Die Tiere lassen sich nicht züchten. Um die Wolle zu „gewinnen“, werden sie getötet. Für einen Schal müssen drei bis fünf Tiere sterben. Dies brachte die Art an den Rand der Ausrottung. Deshalb steht die Tibet-Antilope seit 1979 auf Anhang I des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens. Das heißt: Der Handel ist international verboten.
 
Trotzdem blieben die Schals ein begehrtes Accessoire der Schönen und Reichen in Europa, Amerika und Asien. Sie zahlen bis zu € 10.000 für einen Schal und fast das Doppelte für eine Tagesdecke. Wilderei und Schmuggel blühten.
 
Deshalb machte der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) das Thema „Shahtoosh“ zu einem Schwerpunkt in seiner Kampagnen-Arbeit. Der IFAW trug wesentlich dazu bei, den illegalen Handel einzudämmen. Gemeinsame Aktionen mit Zoll und Polizei in mehreren Ländern führten zu Erfolgen unter anderem in England, Italien und Indien.
 
Der IFAW unterstützte auch den Schweizer Zoll mit Informationen und Bildmaterial. Die meisten der 537 Schals waren in die Schweiz geschmuggelt worden, ein Teil gelangte über einen Genfer Zwischenhändler nach St. Moritz.

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