Südafrika: Kontroverse um vier Gorilla-Kinder

Donnerstag, April 14, 2005
Kapstadt
Seit genau einem Jahr hält Südafrika vier Gorilla-Kinder fest und trifft keinerlei Anstalten, sie in ihre Heimat Kamerun zurückzutransportieren. Dies verstößt gegen internationale Abkommen, kritisiert der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds).
Die vier Gorillas waren im Jahr 2002 aus Kamerun illegal nach Nigeria exportiert worden und von dort über Südafrika nach Malaysia. Als die malaysische Regierung den verbotenen Handel aufdeckte, schickte sie, internationalen Abmachungen folgend, die vier Menschenaffen umgehend zurück nach Südafrika.
 
Kamerun forderte von Südafrika zweimal die Rückgabe und ist bis heute ohne Antwort. Seit zwölf Monaten werden die Tiere im Nationalzoo von Pretoria in Quarantäne gehalten. „Wir haben Beweise dafür, dass sie inzwischen auch schon Besuchern gezeigt werden,“ erklärt Christina Pretorius vom IFAW-Büro in Südafrika.
 
„Die Untätigkeit im Hinblick auf eine Rückführung lässt jeden Respekt für internationale Abkommen vermissen und missachtet CITES-Vorschriften (Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen),“ so Pretorius.
 
Alle Gorilla-Arten sind bedroht und stehen - wie auch Großwale, Elefanten, Riesenpanda, Tiger und Leopard - im CITES-Abkommen unter strengstem Schutz (Anhang I). Der internationale Handel ist verboten.

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