Kommerzielle Ausbeutung der Tiere in Südafrika nimmt drastisch zu

Donnerstag, März 31, 2005
Kapstadt
Geschäftemacher in Südafrika spannen immer mehr Elefanten vor ihre Karren. Der neue Trend hat erschreckende Ausmaße erreicht. Vom Gesamtbestand von 14.630 Elefanten in der Republik Südafrika sind heute 1.300 Tiere in Privatbesitz und müssen für ihre Eigentümer Geld verdienen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Report des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds).
Seit 1980 sind aus dem Kruger-Nationalpark 1.737 Elefanten entnommen worden. Sie wurden zwar auch an kleinere Naturparks abgegeben, aber vor allem an wenigstens 42 private Einrichtungen. 446 Tiere wurden in andere afrikanische Länder und 90 nach Übersee verkauft.
 
Zunehmend Verwendung finden Elefanten in Südafrika etwa in dem neuen Geschäftszweig „Safari auf Elefantenrücken“. Nachdem ein privater Veranstalter eine solche Safari zum erstenmal im Jahr 2002 angeboten hatte, fand die Idee zahlreiche Nachahmer. Heute gibt es diese Safari-Variante in vier der neun Provinzen, und sie „verbraucht“ inzwischen 72 Elefanten.
 
„Für die Domestizierung der Wildfänge existieren keinerlei Richtlinien. Die Trainer müssen keine bestimmte Ausbildung vorweisen. Der Willkür sind Tür und Tor geöffnet,“ beklagt Jason Bell vom IFAW-Südafrika-Büro in Kapstadt. „Immer wieder kommt es vor, dass Elefanten gequält und mit Medikamenten gefügig gemacht werden.“
 
Inzwischen bildet sich ein lebhafter Handel heraus. Besonders gesucht sind Elefantenbabys. Ein trainiertes Tier kann es auf mehr als € 100.000 bringen. Man kann Elefanten aber auch leasen. Monatsrate: € 2.500 bis 3.000.
 
 „Einige Veranstalter reden sich darauf hinaus, dass sie einen Beitrag zu Arterhaltung leisten. In Wirklichkeit geht es ums Geschäft,“ erklärt Bell. „Der IFAW fordert von Südafrika: Hört auf, Euer einmaliges Wildlife-Erbe zu Gebrauchsgütern zu machen.“ 

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