Zwei indische Nashornwaisen werden trotz schweren Schicksals beste Freunde

Dwimalu und Purabi sind vollkommen friedlich. © IFAW-WTI/S.Bhattacharjee

Vor zwei Jahren im April, am Abend des Bihu, dem Erntedank- und Neujahrsfest in Assam, erhielt unser Team im Manas-Nationalpark eine tragische Nachricht. Ein Nashornweibchen, das vor kurzem Nachwuchs bekommen hatte, war im Manas-Nationalpark grausam getötet worden. Ihr Horn haben die Wilderer mitgenommen. Ihr junges Kalb, das nicht einmal einen Monat alt war, blieb als Waise zurück.

Wir fanden das Kalb in der Nähe des Kadavers seiner Mutter. Es war dehydriert und furchtbar aufgeregt und wich nicht von der Seite seiner toten Mutter – als erhoffe es sich von dem leblosen Körper Hilfe.

Wir tauften das Nashornkalb auf den Namen Dwimalu (nach einer Figur aus der Bodo-Mythologie) und brachten es in unsere Nashorn-Rettungsstation.

Unsere Tierpfleger kümmern sich um die verwaisten Nashornkälber. © IFAW-WTI/S.Bhattacharjee

Unsere Pfleger päppelten es erfolgreich wieder auf. Doch das Team befand, dass ihm die Gesellschaft eines Artgenossen gut tun würde. So kam Purabi ins Spiel.

Purabi wurde drei Monate nach Dwimalu im Kaziranga-Nationalpark gerettet. Sie war bei den jährlichen Überschwemmungen von ihrer Mutter getrennt worden. Da man ihre Mutter nicht finden konnte, kam sie in unsere Wildtier-Rettungsstation in der Nähe von Kaziranga, wo sie per Hand aufgezogen wurde.

Unser Plan war, Purabi – so wie die anderen im Zentrum aufgezogenen Nashörner – später im Manas-Nationalpark auszuwildern. Dies ist ein Teil unseres Projekts zur Wiederbelebung des Nationalparks. Normalerweise werden die Nashörner erst nach Manas gebracht, wenn sie ausgewachsen sind. Doch Dwimalu zuliebe zog Purabi schon früher nach Manas. Seither sind Purabi und Dwimalu unzertrennlich.

Purabi ist ein Jahr älter als Dwimalu und beschützt ihn. © IFAW-WTI/S.Bhattacharjee

Unsere Tierpfleger Rohan Goyari und Ontai berichten, dass die Freundschaft zwischen den beiden Kälbern immer enger wird und sie an Ganga und Jamuna erinnere – zwei Kälber, die letztes Jahr Nachwuchs bekamen. Auch sie waren von unserem Team in Manas per Hand aufgezogen und später ausgewildert worden.

Ontai berichtet:

"Tiere tragen untereinander oft Revierkämpfe aus. Doch Dwimalu und Purabi sind vollkommen friedlich. Und sie scheinen ihr tragisches Schicksal, den Verlust ihrer Mutter, akzeptiert zu haben. Purabi ist ein Jahr älter als Dwimalu und beschützt ihn. Die zwei Kleinen haben sich sehr gern."

Wie alle anderen Nashörner werden wir auch diese beiden später ins sogenannte boma bringen – ein geräumiges Areal inmitten ihres künftigen Lebensraums, in dem sie auf ihre Freilassung vorbereitet werden. Und wie viele andere vor ihnen werden sie danach in die geschützte Wildnis zurückkehren, um das Erbe ihrer Mütter anzutreten und das Überleben ihrer Art zu sichern.

Nizira Borgoyari

Erfahren Sie mehr über unsere Wildtierstation in Indien.

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Kampagnenberater
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Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
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Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
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Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
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