Zu Beginn der Hochwassersaison in Indien bereitet das Rettungsteam seinen Einsatz vor

Ein IFAW-WTI-Mitarbeiter beim Anbringen eines Banners.Als ich heute früh morgens aufgewacht bin und im Fernsehen gerade die Morgennachrichten erwischte, sah ich dort zuallererst die traurige Meldung über eine Elefantenkuh, die mit ihrem Kalb auf einer Sandbank gestrandet war.

Es waren Aufnahmen zu sehen, die zeigten, wie der gestrandete Elefant mit seinem Kalb in einer abgelegenen Gegend im östlichen Teil des Bundesstaates Assam in Nordost-Indien inmitten tosenden Hochwassers auf einem kleinen Stück Land festsaß.

In Assam ist jetzt Hochwassersaison. Der Wasserstand des Flusses Brahmaputra einschließlich seiner Nebenflüsse hat heute die Gefahrengrenze überschritten und weite Teile des Staates überschwemmt. Es herrscht Hochwasseralarm in Upper Assam. Man erwartet, dass das Hochwasser innerhalb von 24 Stunden auch den Kaziranga-Nationalpark erreicht.

Die Nachrichten nahmen mich mit. Ich fragte mich, was wohl mit all den Tieren in Kaziranga geschieht, wenn der Park innerhalb von 24 Stunden von den Wassermassen heimgesucht wird.

Das Team im IFAW-Zentrum für Wildtier-Rehabilitation (Center for Wildlife Rehabilitation & Conservation, CWRC) rechnet mit den Überschwemmungen (da sie fast jedes Jahr stattfinden), befindet sich bereits in Alarmbereitschaft und wappnet sich dafür, die wilden Tiere auch im diesjährigen Monsun vor den Fluten zu schützen. Im Rahmen unserer Vorbereitungen haben wir unter anderem der Bevölkerung Verhaltensregeln an die Hand gegeben, für den Fall, dass sie in Not geratene Tiere auffinden.

In den sensiblen Gebieten in den am Rand des Parks gelegenen Dörfern wurden Banner mit den Kontaktinformationen des Rettungszentrums und allen für den Park zuständigen Forstbehörden aufgehängt.

Nunai möchte mit Pfleger Raju spielen. Foto von Reetika Maheshwari

Die sensiblen Gebiete, in denen am meisten wilde Tiere durch die Dörfer streunen, erhalten besondere Aufklärung. Das CWRC-Team wird mit den Aufklärungstreffen für Einheimische in dieser Woche beginnen.

Vier erstklassig ausgestattete mobile Tierkliniken, bestehend aus einem Fahrzeug mit Medikamenten, medizinischen Geräten und einem Tierarzt an Bord, befinden sich in Bereitschaft, um in Notfällen im und um den Park herum einzuschreiten.

Während die CWRC-Tierärzte sich für die Überschwemmung bereit machen, sind die Tierpfleger eifrig mit ihren täglichen Aufgaben beschäftigt. Sie bringen die im Zentrum lebenden Elefantenkälber auf ihre täglichen Spaziergänge in den Wald. Tierärztin Reetika Maheshwari entdeckte die Elefantenkälber gestern dabei, wie sie im Monsunwasser planschten.

Ich dachte mir, dass sie doch eigentlich sehr glücklich darüber sein können, dass sie in Gefangenschaft sind und man sich um sie kümmert. Naiv planschen sie im Monsunwasser und haben keine Ahnung davon, was den anderen Elefanten, Hirschen und Nashörnern, die in Freiheit leben, alles zustoßen wird. Sie müssen alle um ihr Überleben kämpfen.

Das CWRC-Team ist in Alarmbereitschaft. Natürlich können nicht alle Tiere gerettet werden, aber auf jeden Fall werden wir vielen von ihnen helfen.

--SB

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien