Wichtige Neuerung für das Elefantenwaisen-Projekt in Sambia

Eine großartige Neuerung für das Hilfsprojekt für verwaiste Elefanten.

Das vom IFAW unterstützte Hilfsprojekt für verwaiste Elefanten der Organisation Game Rangers International (GRI) ist in den letzten sechs Jahren rapide gewachsen. Angefangen hat alles mit einem spärlich ausgestatteten Camp im Kafue-Nationalpark in Sambia, wo ein paar verwaiste Jungelefanten von einer Handvoll Tierpflegern aufgezogen wurden.

Da im Rahmen des Projekts irgendwann auch Kälber aufgenommen wurden, die noch gesäugt werden müssen, wurde in Kafue ein Stall gebaut, der die wehrlosen Waisen nachts vor den Angriffen von Löwen schützt.

Mit der zunehmenden Anzahl geretteter Elefanten ist das Projekt immer weiter gewachsen. Game Rangers International eröffnete daher inzwischen ein Rehabilitationszentrum für Elefanten in der sambischen Hauptstadt Lusaka, wo die ganz kleinen Elefantenwaisen jetzt intensiv betreut werden können.

Unser ältester Standort im Kafue-Nationalpark konnte dadurch in eine richtige Auswilderungsstation umgewandelt werden. Dort leben die Elefanten, die alt genug sind, um von der Milch entwöhnt und langsam auf ihre Auswilderung vorbereitet zu werden. Ziel dieses Prozesses ist es, die Elefanten irgendwann wieder in die geschützte Wildnis zu entlassen.

Diese Woche gab es im Hilfsprojekt für verwaiste Elefanten eine wichtige Neuerung!

Ein drei Hektar großes Außengehege wurde mit einem stabilen und raubtiersicheren Zaun umgeben.

Dank der großzügigen Unterstützung zweier Spender konnten wir ein drei Hektar großes Außengehege mit einem stabilen und raubtiersicheren Zaun umgeben.

In diesem neuen Gehege werden von nun an die älteren, bereits von der Milch entwöhnten Elefanten leben. Sie können sich dort frei bewegen, Beziehungen zu Artgenossen knüpfen und nachts nach Futter suchen. Diese drei Verhaltensweisen sind wichtig für wilde Elefanten. Die Waisen müssen diese Fähigkeiten deshalb trainieren, bevor sie in die Wildnis zurückkehren.

Der Zaun besteht aus zwölf Elektroleitungen, die über Isolatoren nach innen und außen laufen. Er ist durchgehend mit Maschendraht verstärkt und insgesamt drei Meter hoch. Dank dieses Systems können wir die Elefanten sicher vor den Löwenrudeln in der Gegend schützen. Zusätzlich ist ein Mitarbeiter der sambischen Wildtierbehörde beim Gehege stationiert, der die Elefantenpfleger bei der Nachtwache unterstützen wird.

Doch wie haben die Elefanten das neue Gehege angenommen? Nachdem die Tiere die letzten sechs Jahre die Nächte immer in einem Stall verbracht hatten, sträubte Chamilandu (mit acht Jahren die älteste Elefantenkuh des Projekts) sich, an einen anderen Ort als in ihren Stall zu gehen. Auch die übrigen Elefanten wollten zunächst lieber zurück in den Stall, der ihr Zuhause war.

Die Pfleger trieben die Elefanten langsam vom Stall weg hinunter zum Wasserloch, wo sie sonst um die Mittagszeit gefüttert werden. Sie klapperten ein paar Mal mit den Eimern und als die Elefanten das Geräusch und den Geruch von Futter wahrnahmen, folgten sie dem Ruf ihrer Mägen hinunter zum Wasser. Nachdem die Pfleger dafür gesorgt hatten, dass jeder etwas Futter abbekommen hatte, ließen sie die Elefanten dort grasen.

Die jüngsten Waisen in der Kafue-Auswilderungsstation, die noch von der Milch entwöhnt werden müssen, wurden hingegen wie üblich zurück in den Stall gebracht. Mosi und Rufunsa werden noch ein bisschen länger im Stall wohnen. Erst wenn neue Waisen vom Rehabilitationszentrum ankommen, werden die Kleinen von der Milch entwöhnt und die vier "Großen" nachts ins Außengehege begleiten.

Zunächst hatten wir Bedenken, dass Chamilandu nachts versuchen könnte, in den Stall einzubrechen, um bei Rufunsa zu sein, für die sie starke Muttergefühle hegt. Chamilandu jedoch gefiel ihre nächtliche Freiheit so sehr, dass sie lediglich hin und wieder am Stall vorbeikam, um nach Rufunsa zu sehen.

Chamma und Rufunsa am nächsten Morgen.

Rufunsa hingegen war gar nicht glücklich über die neue Situation. Er schien beleidigt zu sein, dass seine Ersatzmama ihn so lange allein ließ. Als beide am nächsten Morgen wiedervereint waren, wich er Chamilandu nicht von der Seite. Wir werden die Elefanten in den nächsten Tagen weiter genau beobachten und hoffen, dass sie sich schnell an die neue Situation gewöhnen.

Und dann ist da ja auch noch Chodoba. Er ist neun Jahre alt und damit der älteste Elefant in der Obhut des Projekts. Chodoba läuft schon seit einem Jahr nachts frei umher, ausgestattet mit einem Satellitenhalsband, damit wir seine Bewegungen verfolgen können. Aus den Daten, die wir bisher gesammelt haben, wissen wir, dass er sich noch nicht allzu weit von seiner Herde und seinem Zuhause entfernt. Doch jetzt wird er immer mutiger. Letzte Nacht kam er nicht gemeinsam mit den anderen Elefanten ins Gehege. Als er schließlich auftauchte, war das Tor bereits geschlossen. Er wartete einen Moment und machte sich dann auf in den Busch, wie er es jede Nacht tut.

Ein Erfolg! Die erste Nacht mit unserem neuen Außengehege ist gut verlaufen. Die Elefanten nahmen die neue Umgebung an, der Zaun funktionierte einwandfrei die ganze Nacht und es gab keine durch andere Wildtiere verursachten Zwischenfälle. Die Pfleger begrüßten uns am Morgen mit einem breiten Lachen im Gesicht.

Das neue Außengehege des Projekts wird erheblich zur erfolgreichen Auswilderung der Elefantenwaisen beitragen. Wir möchten uns deshalb noch einmal bei unseren Unterstützern bedanken, die uns diese Neuerung ermöglicht haben.

Sarah Davies

Erfahren Sie mehr darüber, wie der IFAW Elefanten schützt.

 

Post a comment

Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien