Walforschungsschiff startet in Monaco seine sommerliche Forschungstour im Mittelmeer

Dienstag, Juni 25, 2013
Monaco

Fürst Albert II von Monaco besuchte am Sonntag das IFAW-Schiff Song of the Whale. Das Walforschungsschiff modernster Bauart läutete damit am Wochenende in Monaco die sommerliche Forschungssaison im Mittelmeer ein.

Von Ende Juni bis Mitte September wird die Song of the Whale zunächst im nordägäischen Meer unterwegs sein, bevor sie in ägyptische Gewässer aufbricht. Zudem werden noch Studien vor der türkischen Südküste und in den Gewässern rund um Zypern angestrebt. Studierende aus den jeweiligen Ländern werden mit an Bord gehen, um das Forscherteam der Song of the Whale zu unterstützen.

Das jüngste Projekt soll bedrohten Arten wie beispielsweise dem mediterranen Pottwal, dem Schnabelwal, dem Schweinswal und dem gemeinen Delfin weiter erforschen. Die Informationen sollen helfen marine Schutzgebiete auszuweisen, Bedrohungen wie Kollision mit Schiffen und Unterwasserlärm besser zu verstehen.

Das Spezialschiff des IFAW arbeitet rund um die Welt ausschließlich mit nichtinvasiven Methoden.

 „Das Studium lebender Wale in ihrer natürlichen Umwelt gehört zu den spannendsten Forschungsfeldern, die es heute auf der Welt gibt“, sagt Patrick Ramage, Leiter der globalen Walkampagne des IFAW. „Wir danken Fürst Albert II für seine führende Rolle, und der Stiftung von Fürst Albert II und anderen langjährigen Partnern in Monaco für ihre Unterstützung bei unseren Anstrengungen, die aktuellen Bedrohungen für das Leben der Wale im Mittelmeer besser zu verstehen und herauszufinden, was wir alle dagegen tun können.“

Seine Exzellenz Herr Bernard Fautrier, Vizepräsident der Stiftung Fürst Albert II von Monaco, sagte: „Wale und marine Habitate im Mittelmeer und auf der ganzen Welt sind mit neu aufkommenden Bedrohungen durch eine Reihe menschlicher Aktivitäten konfrontiert. Wenn wir uns diesen Herausforderungen stellen wollen, benötigen wir ein tieferes wissenschaftliches Verständnis, eine pragmatische Herangehensweise und ein Engagement, wie die Männer und Frauen des IFAW – nicht zuletzt an Bord ihres Schiffes Song of the Whale – es uns vormachen.

Ich wünsche dem IFAW-Team viel Erfolg bei dieser so wichtigen Mission und freue mich schon auf die spannenden Ergebnisse ihrer Forschung im Mittelmeer.”

Die Song of the Whale, eines der weltweit leisesten Forschungsschiffe, sammelt kontinuierlich wertvolle Informationen über Wale und die Bedrohungen, denen sie sich gegenübersehen. Dabei kommen Techniken wie Fotoidentifikation und passive Akkustik (Einsatz von Unterwasser-Hydrophonen zur Erfassung der durch die Tiere verursachten Geräusche) zum Einsatz. Gleichzeitig wird gezeigt, dass es zur Erforschung der Wale nicht nötig ist, sie zu stören, geschweige denn sie zu töten.

Hintergrundinformationen zur Arbeit des IFAW  im Mittelmeerraum

Der IFAW führte bereits 1994, 2003, 2004 and 2007 Projekte im Mittelmeer durch, um die Ausweisung des Schutzgebietes im Ligurischen Meer voranzubringen und um an der Studie über im ACCOBAMS-Abkommensgebiet lebenden Pottwalen zu mitzuwirken. Außerdem richtete der IFAW öffentlichkeitswirksame und politische Veranstaltungen in Monaco, Palma de Mallorca und Dubrovnik sowie in Libyen, Ägypten und Griechenland aus.

Der IFAW und das Team von Song of the Whale wirken auch seit mehreren Jahrzehnten an Maßnahmen zur Erhaltung der Mönchsrobben im Mittelmeer mit.

Im Rahmen der Forschungsarbeiten in der kommenden Saison arbeitet der IFAW mit zwischenstaatlichen Organisationen (CIESM and ACCOBAMS), Ministerien, regionalen Forschungsgruppen, Nichtregierungsorganisationen und akademischen Organisationen zusammen.

Das Mittelmeer ist relativ klein, weist aber eine bemerkenswerte Zahl an Walarten auf – mindestens elf findet man dort regelmäßig (Finnwale, Pottwale, Cuvier-Schnabelwale, Langflossen-Grindwale, Rundkopfdelfine, Rauzahndelfine, Große Tümmler, Blau-weiße Delfine, Gemeine Delfine und Gewöhnliche Schweinswale). Weitere Arten statten dem Mittelmeer regelmäßig Besuche ab (Minkwale, Buckelwale und Kleine Schwertwale).

Die Bedrohungen für Meeressäuger, wie das Verfangen in Fischereiausrüstung, Ölverschmutzung, Abnahme der Nahrung, Kollision mit Schiffen, Störungen, Lärmbelästigung und das Verschlucken von festem Abfall sind im halbgeschlossenen Mittelmeer, wo die Belastung durch den Menschen immens ist, besonders gravierend.

Lesen Sie mehr über die Song of the Whale.

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