Tigerin Cinderella geht es gut im geschützten Nationalpark im Osten Russlands

Unsere Kollegen im Osten Russlands haben Neuigkeiten von der Sibirischen Tigerin, die wir auf den Namen Cinderella getauft haben. Das verwaiste Tigerweibchen war vergangenen Mai nach erfolgreicher Rehabilitation mit einem GPS-Halsband ausgewildert worden.

Es scheint, dass Tigerin Cinderella inzwischen alle notwendigen Fertigkeiten besitzt, um in der Wildnis zu überleben.

In den ersten vier Wochen nach ihrer Freilassung hielt sich Cinderella in einem für Sibirische Tiger äußerst kleinen Gebiet auf. Wir untersuchten die Orte, an denen sie vermutlich einige Tage gewesen war, um ihre Beute zu verspeisen. Sie hatte also gelernt, erfolgreich zu jagen. Sehen Sie auch unser Video: Spektakuläre Freilassung eines Sibirischen Tigers in Russland

Bald darauf begann Cinderella die Umgebung weitflächiger zu erkunden. Sie entfernte sich einmal sogar soweit, dass nicht einmal die Ranger ihr folgen konnten. Wir haben daher – abgesehen von ihren GPS-Koordinaten – kaum Informationen darüber, was sie in dieser Zeit getan hat. Glücklicherweise hat es in dem Zeitraum von der einheimischen Bevölkerung keine Berichte über Begegnungen mit einem Tiger gegeben – ein Zeichen, dass Cinderella während ihres Ausflugs keine Konflikte mit Menschen hatte. Im August kehrte sie dann ins Schutzgebiet zurück. So konnten die Ranger nun wieder ihre Aufenthaltsorte rekonstruieren und sie konnten feststellen, dass sie eine gute Jägerin ist.

Im September dann versagte offenbar Cinderellas GPS-Halsband, denn wir verloren den Kontakt zu ihr. Doch dank des unermüdlichen Einsatzes der Mitarbeiter des Nationalparks und mit Hilfe der Unterstützung unserer Partnerorganisation Wildlife Conservation Society erhielten wir dennoch Informationen und konnten ihr von September bis Dezember auf der Spur bleiben.

Um Cinderella zu schützen, müssen wir ihre Aufenthaltsorte geheim halten. Doch eins können wir sagen: Cinderella hat die ersten acht Monate nach ihrer Auswilderung gut gemeistert.

Bislang scheint sie sich noch nicht in einem eigenen Revier niedergelassen zu haben. Dies ist jedoch für ein heranwachsendes Tigerweibchen völlig normal. Da wir wissen, dass sich auch ein männlicher Tiger in dem Schutzgebiet aufhält, sind wir zuversichtlich, dass Cinderella dauerhaft dort bleibt wird und sich irgendwann niederlässt.

Die einzigen Beschwerden kamen bisher von einheimischen Jägern, die beklagten, dass ihr Köder aus den Fallen gestohlen worden sei. Doch solche Vorfälle müssen wir ernst nehmen, denn es geht dabei um die Frage, ob Tiger, die in einer Auswilderungsstation aufwachsen, sich zu sehr an Menschen gewöhnen, was später zu Konflikten führen kann.

Besonders wichtig ist es jetzt, Cinderellas Aktivitäten während ihres allerersten Winters in der Wildnis zu beobachten. Wir werden alles daran setzen, ihr durch den Winter hindurch auf der Spur zu bleiben. Doch allen Informationen zufolge, die wir bisher über sie haben, beherrscht sie alle notwendigen Fertigkeiten, um in der Wildnis zu überleben.

Zurzeit ist der IFAW zusammen mit Partnerorganisationen dabei, drei weitere Sibirische Tiger auszuwildern. Zu unseren Partnern gehören die Wildlife Conservation Society, das Servertsov Institute, Inspection Tiger, Bastak Zapovednik und die Agricultural Academy of Primorskii Krai.

Gail A‘Brunzo

Helfen Sie uns, Tiger wie Cinderella zu schützen.

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Experten

Kampagnenberater
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Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
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Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
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Regionaldirektor Südasien