Tagebuch der Song of the Whale: Walsichtungen in der Ägäis - "Night of the Whale", Teil 2

Schauen Sie sich das Video "Night of the Whale - Teil 2" an, das die im Jahr 2012 in der Nähe der Stellwagen Bank bei Massachusetts durchgeführte Forschungsmission zeigt. Das Video erklärt, warum die Song of the Whale gebaut wurde und wie die Crew nachts einem mit Satellitensender versehenen Buckelwal folgt. Teil 1 der "Night of the Whale" sehen Sie hier.

Als ich Anfang 2013 als Büroassistentin ins Team der Song of the Whale beim IFAW kam, wusste ich zwar schon eine Menge über die Arbeit, die auf dem Forschungssegler durchgeführt wird, ich hätte mir allerdings niemals träumen lassen, dass ich einmal selbst auf einer Reise dabei sein würde.

Anfang Juli jedoch, als das Team noch ein Mitglied für die Untersuchung von Schweinswalen in der Ägäis suchte, ergriff ich kurzerhand die Gelegenheit und so durfte ich mit aufs Schiff. Gemeinsam mit Walforschern aus Griechenland und der Türkei schloss ich  mich dem bestehenden sechsköpfigen Team an – und mit zehnköpfiger Mannschaft setzten wir am Morgen des 5. Juli in Athen die Segel.

In den nächsten zwei Wochen begaben wir uns in den Gewässern der Nordägäis vor der Küste Griechenlands auf die Suche nach Schweinswalen. In den vergangenen 15 Jahren hatte es dort lediglich zwei Sichtungen lebender Schweinswale gegeben. Wir hofften, dass wir mithilfe visueller und akustischer Beobachtung eine Populationsschätzung bekommen könnten.

Ein Großer Tümmler, dem die Rückenflosse fehlt.

Der griechische Philosoph und Naturforscher Aristoteles gab den Schweinswalen den Namen Phocena, beschrieb detailliert ihre Morphologie und grenzte sie dadurch von Delfinen ab. Interessant dabei ist, dass er, obwohl er in der Nördlichen Ägäis lebte, nie irgendeine Sichtung in der Nördlichen Ägäis erwähnte, sondern lediglich Sichtungen im Schwarzen Meer, wo es bis heute eine etablierte, aber bedrohte Unterpopulation gibt.

Im ersten Teil der Untersuchung war das Team froh, anhand einiger Sichtungen im türkischen Teil der Nördlichen Ägäis die Präsenz von Schweinswalen bestätigen zu können. Die Datenauswertung wird im Nachhinein zeigen, ob wir zudem auch akustische Spuren von Schweinswalen eingefangen haben.

Neben den Schweinswalen sahen wir auch einige Delfine, darunter eine gemischte Gruppe aus Großen Tümmlern und Gemeinen Delfinen. Gemischte Gruppen sind zwar nicht außergewöhnlich, kleinere Delfinarten tendieren jedoch dazu, sich von ihren robusteren Verwandten, den Großen Tümmlern, fernzuhalten.

Wir hatten das Glück, ein sehr junges Delfinkalb zu entdecken, bei dem sogar noch die embryonalen Falten sichtbar waren. Die erwachsenen Tiere hatten teilweise Narben, einem fehlte sogar die ganze Rückenflosse.

Einmal bekamen wir nächtlichen Besuch von einer Gruppe Delfine. Es war ein wundervoller Anblick, sie im Mondschein leuchtend durch die Wellen reiten zu sehen.

Gerade sind wir auf dem Weg zum Hafen von Kavala, wo es einen Crew-Wechsel geben wird. Das Boot wird anschließend direkt wieder auslaufen – und das Team wird seine Suche nach Schweinswalen fortsetzen, bevor es seine Aufmerksamkeit der gefährdeten Pottwalpopulation im Mittelmeer zuwendet.

Clare Gibson

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Experten

Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
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Repräsentantin IFAW Japan
Patrick Ramage, Programmdirektor Wale
Programmdirektor Wale