Slideshow: Rettung eines angeschossenen Elefanten in Indien

Diesen Bericht über die Rettung eines verwundeten Elefanten im Pakke Tiger-Reservat in Indien schrieb unser Kollege, IFAW Tierarzt Dr. Jahan Ahmed.

Der Elefant war mit einem übel angeschwollenen Bein im Pakke-Tigerreservat gesehen worden, wie wir von lokalen Forstbeamten erfuhren.

Am nächsten Tag machten wir uns mit unseren vier zahmen Elefanten, Kunkis genannt, auf in den Dschungel, um das verletzte Tier zu suchen. Kunkis nehmen wir mit, wenn wir mit ihren wilden Artgenossen zu tun haben.

Nach einer beschwerlichen Wanderung durch sehr hügeliges Gelände und durch den eiskalten Pakke-Fluss, wo uns das Wasser bis zur Brust reichte, erreichten wir den Ort, wo der Elefant gesehen worden war.

Vier Forstbeamte, die dem Tier gefolgt waren, warteten bereits auf uns. Es handele sich um einen männlichen Elefanten mit Stoßzähnen, wahrscheinlich ein Jungbulle, erzählen sie uns.

Ich bereite die Betäubungsmittel vor und wir folgen dem grauen Riesen in den dichten Dschungel. Bald sehen wir das verletzte Tier und es gelingt uns, ihn zu betäuben. Dann entdecken wir drei schlimme Schusswunden: eine in seiner Schläfe, eine im linken Knie und eine im Bauchraum.

Der Elefant muss schreckliche Schmerzen haben und Probleme beim Laufen – das Bein ist stark angeschwollen, wahrscheinlich sogar an einer Stelle gebrochen. Die Wunde an der Schläfe war offensichtlich nicht tödlich, aber sie muss medizinisch untersucht werden.

Nach einer Erstversorgung bekommt das Tier Antibiotika und Entzündungshemmer. Die Behörden beschließen, ihn zur Langzeitpflege in unsere Bären-Rettungsstation zu bringen. Wir binden den Elefanten mit Seilen an die vier Kunkis und führen ihn durch den Wald in Richtung Bärenstation. Er bewegt sich sehr langsam vorwärts.

Da eine Flussdurchquerung zu so später Stunde zu riskant wäre, verbringen wir die Nacht draußen im Reservat. Wir haben Glück: unser neuer Weggefährte frisst zusammen mit seinen Artgenossen und auch sein Kot sieht normal aus.

Am nächsten Tag beginnt die beschwerliche Reise von neuem: Wir wandern viele Stunden und durchqueren noch einmal den Pakke-Fluss. Dann endlich erreichen wir den LKW, der schon auf uns wartet. Der Elefant wird eingeladen und wir machen uns auf den Weg in die Bärenstation.

Es muss sich bei diesem Vorfall um einen Wilderei-Versuch handeln. Eine der Verletzungen ist mehr als einen Monat alt, die anderen sind jüngeren Datums. Die Wilderer hatten das junge Tier vermutlich wegen seiner kleinen Stoßzähne verfolgt, die lediglich 20 bis 23 Zentimeter lang sind – ein Indikator für die Verzweiflung der Wilderer und ein Ausdruck der ganzen derzeitigen Wildereizunahme.

Dieser Elefant hat Glück gehabt, dass er gefunden wurde. Vielen anderen Elefanten weltweit ergeht es schlechter: Jahr für Jahr werden sie wegen ihrer Stoßzähne getötet.

Noch ist es zu früh, um sagen zu können, ob wir diesen Elefant irgendwann wieder auswildern können. Erst die Zeit wird zeigen, ob unsere intensive Pflege und unsere Rehabilitationsbemühungen Erfolg haben werden.

Sheren Shrestha

Erfahren Sie mehr über unsere Arbeit zum Schutz der Wildtiere in Indien.

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
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