SLIDESHOW: Erster Elefantenbulle trifft im Azagny-Nationalpark in Elfenbeinküste ein

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Oscar Wilde hat einmal gesagt: "Versuche nicht, Deinem Leben mehr Jahre zu geben, sondern Deinen Jahren mehr Leben." Nach einer 400 Kilometer weiten Reise in Begleitung einer Regierungseskorte erreichten wir heute in den frühen Morgenstunden den Azagny-Nationalpark in Elfenbeinküste.

Als sich die Tür des Käfigs öffnete, in dem wir den Elefanten hergebracht hatten, nachdem wir ihn am Vortag in Daloa eingefangenen hatten, fühlten wir, dass wir dieses großartige Erlebnis nie mehr vergessen würden. Denn jetzt können wir endlich beruhigt sein, dass dieser Elefant fortan in Sicherheit leben kann.

Der Elefantenbulle, dessen Ohren Narben von Schusswunden tragen, ist wohlbehalten in dem 80 Kilometer westlich von Abidjan gelegenen Schutzgebiet angekommen. Die Umsiedlung der Elefanten ist die erste Aktion dieser Art in Elfenbeinküste. Deshalb war unsere Nervosität im Vorfeld sehr groß: Wir hatten alles bis ins kleinste Detail durchgerechnet, alles auf die Minute genau geplant, alle erdenklichen Risiken in Betracht gezogen, jeden noch so kleinen Handgriff genau durchdacht. Denn wir durften uns keinen Fehler erlauben. Wir tragen die Verantwortung für das Wohl der Tiere und für die Sicherheit unseres Teams.

Unser Tierarzt betäubte diesen ersten Elefanten von einem Hubschrauber aus. Nach den üblichen Gesundheitschecks wurde der Elefant vorsichtig mit Hilfe einer Winde auf einen Pritschenwagen gehievt und in den gegenüber aufgestellten Aufwachkäfig befördert.

Der gesamte Vorgang fand unter Aufsicht zweier Tierärzte statt, die permanent über das Wohl des Elefanten wachten, da die Dickhäuter in solchen Situation gesundheitlich besonders empfindlich sind. Zudem waren Hunderte begeisterte Dorfbewohner gekommen, die sich die Abreise des ersten Elefanten aus Daloa auf keinen Fall entgehen lassen wollten.

Die Frauen begleiteten den Konvoi mit Sprechchören, die Männer mit Applaus und Ausrufen des Staunens über die beeindruckende Größe des Tieres. "Wir haben wirklich unter ihnen gelitten, sie haben unsere Ernte zerstört!" sagten viele, "aber wir werden sie auch vermissen, wir hatten uns schon an sie gewöhnt. Trotzdem sind wir froh, dass wieder Normalität einkehrt.", sagten andere.

In der ersten Zuschauerreihe standen die Kinder, die gespannt darauf waren, das größte an Land lebende Säugetier hautnah zu erleben. Ein ganzes Dorf verabschiedete sich von den Elefanten, den unfreiwilligen Nachbarn, die eines Tages aufgetaucht waren, weil ihr ursprünglicher Lebensraum zerstört worden war.

Wir freuen uns natürlich sehr über den erfolgreichen Verlauf der ersten Umsiedlung, doch unsere volle Aufmerksamkeit gilt nun wieder den drei Elefanten, die wir morgen orten, einfangen und transportieren müssen. Die Operation wird mit derselben Vorsicht und Sorgfalt und mit denselben Befürchtungen wie diese ablaufen. Und wir hoffen natürlich mit einem ebenso glücklichen Ende.

Céline Sissler-Bienvenu

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*Auch wenn es beängstigend aussieht, ist das Anheben eines Elefanten an seinen Beinen die einzige sichere Methode, um einen ruhig gestellten Elefanten auf ein Transportfahrzeug zu laden. Der Elefant verbleibt nicht länger als fünf Minuten in dieser Rückenlage und ist dabei vollständig betäubt. Des gesamte Vorgang wird von einem erfahrenen Tierarzt überwacht.

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
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James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
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Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
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