Schafe und Damwild vor Wölfen schützen: IFAW finanziert Beratung

Wolfsbetreuer Torsten Fritz prüft die Zaunhöhe
Mittwoch, März 26, 2014
Hamburg

Eine Beratung für Nutztierhalter zum besseren Schutz vor Übergriffen durch Wölfe startet der IFAW (Internationaler Tier-schutz-Fonds) dieser Tage in den Landkreisen Potsdam-Mittelmark, Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz. Die Wolfsbeauftragten Torsten Fritz und Constanze Eiser wollen bis Mitte Juni insgesamt 51 Tierhalterinnen und Tierhalter beraten und Tipps für die Praxis geben.

Bereits im Juni 2010 wurde zwischen dem brandenburgischen Ministe-rium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz und dem IFAW eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossenen. Das unterstützende Beratungsangebot ist Bestandteil dieser Vereinbarung. Es soll einerseits zur Akzeptanz und damit zum Schutz des Wolfes beitragen, andererseits Umsetzung der Regelungen, die im aktuellen Wolfsmanagementplan des Landes Brandenburg getroffen worden sind, unterstützen.

„Wölfe sind längst nichts Ungewöhnliches in Brandenburg mehr“, sagt Umweltministerin Anita Tack. „Mögliche Schäden an Haustierbeständen lassen sich durch konsequente Präventionsmaßnahmen deutlich redu-zieren. Das Landesamt und unsere Kooperationspartner setzen die intensive Beratung der Tierhalterinnen und Tierhalter fort für einen bes-seren Schutz vor Wolfsübergriffen.“

Die Beratungen konzentrieren sich in diesem Jahr auf die Landkreise Potsdam-Mittelmark, Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz und tragen der aktuellen Verbreitung des Wolfs in diesen Regionen Rechnung. So ist im Bereich Göritz/Klepzig im südlichen, an Sachsen-Anhalt angrenzenden Bereich von Potsdam-Mittelmark seit 2012 ein neues Rudel Wölfe unterwegs. Zudem etablieren sich einzelne Wölfe und Wolfsrudel zunehmend auch in der südwestlichen Niederlausitz, insbesondere in den Landkreisen Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz. Viele der Nebener-werbshalter dort haben noch keine Erfahrung mit dem Schutz ihrer Tiere. Präventive Maßnahmen zu Schadensverhütung und Konfliktbewältigung stehen deshalb auch im Mittelpunkt des Wolfsmanagementplans des Landes. 

„Eine an die individuelle Situation angepasste, praxisorientierte Beratung ist sehr wichtig“, erklärt Robert Kless, IFAW Wolfsexperte und Projektbe-treuer. „Nur so kann ein optimaler Schutz der Tiere vor Wolfsübergriffen erreicht werden. Zusätzlich helfen wir den Haltern bei Anträgen auf öf-fentliche Fördergelder zur Finanzierung der Schutzmaßnahmen."

Mit seinem Projekt unterstützt der IFAW gezielt Nebenerwerbs- und Hobbyschäferinnen und -schäfer in Wolfsgebieten und klärt sie auf. Die enge Zusammenarbeit mit denjenigen, die unmittelbar von der Rückkehr der Wölfe betroffen sein könnten, ist wichtig, um die Akzeptanz für Wölfe zu verbessern. Bereits seit 2001 informiert der IFAW die Öffentlichkeit zum Thema Wolf und finanziert Wolfsmonitoring in Sachsen und Brandenburg. Ziel aller Bemühungen ist eine friedliche Koexistenz zwischen Menschen und Wölfen.
 

Post a comment

Pressekontakt

Andreas Dinkelmeyer
Telefon:
040-86650033
Mobiltelefon:
0173-6227539
E-Mail:

Experten

Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Robert Kless, Leiter Wildtier-Kampagnen, IFAW Deutschland
Leiter Wildtier-Kampagnen, IFAW Deutschland