Südafrika: Von Einbrechern angeschossene Hündin Snoopy ist auf dem Weg der Besserung

Snoopy ist auf dem Weg der Besserung: Sie lernt auf drei Beinen zu laufen und frisst gutFür viele zehntausende Menschen ist das schwere Leben in den illegalen Siedlungen in Südafrika nichts Neues. Kriminalität, Armut und unzählige andere soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten gehören dort zum Alltag. Menschen, die eine wenige Quadratmeter große baufällige Hütte, ihr Zuhause nennen, versuchen natürlich alles, um das Wenige, was sie besitzen, zu beschützen.

Vor kurzem versuchten Diebe, das Haus von Thabo, einem Teilnehmer unseres  CLAW-Projektes, auszurauben (Name aus Sicherheitsgründen geändert). Thabo wehrte sich und versuchte vor allem, seine Hündin Snoopy zu beschützen, die seit Jahren seine treue Begleiterin ist.  Thabo hat Snoopy seit sie klein war. Natürlich versuchte die Hündin daher, das Leben „ihrer Familie“ und ihr Zuhause zu beschützen. Dabei wurde sie von den bewaffneten Einbrechern ins rechte Hinterbein geschossen.

Jen Gerner, eine Mitarbeiterin des CLAW-Projektes, berichtete: “Der Hundebesitzer war völlig aufgelöst. Er hat Snoopy bereits seit zehn Jahren. Wir brachten die Hündin so schnell wie möglich zu unserem örtlichen Tierarzt, Dr Koekemoer, wo sie stabilisiert und geröntgt werden konnte. Ihr rechter Oberschenkelknochen war zersplittert, aber zum Glück hatte sie keine inneren Blutungen. Leider konnte das Bein nicht gerettet werden und musste amputiert werden.”

In unserer Krankenstation erholt sich Snoopy jetzt von ihren Erlebnissen. Sie ist auf dem Weg der Besserung, lernt, auf drei Beinen zu laufen und frisst gut. Ihr besorgter Besitzer besucht sie regelmäßig und ist sehr froh, dass sie überlebt hat. Gerade vor ein paar Tagen war Thabo mit der ganzen Familie und den anderen Familienhunden dort, um Snoopy zu besuchen.

“Uns allen standen Tränen in den Augen, als wir sahen, wie sehr Snoopy sich freute, ihre Familie wiederzusehen. Dadurch konnte sie sicher sein, dass ihre Besitzer sie nicht verlassen hatten.”, erzählt unsere Kollegin Cora Bailey.

Sorgen bereitet uns allerdings, dass Thabo von den Einbrechern bedroht und zum Schweigen gezwungen wurde, nachdem wir begonnen hatten, in der Angelegenheit Nachforschungen anzustellen. Einschüchterung von Opfern ist einer der Hauptgründe, warum Straftäter oft nicht vor Gericht gebracht werden.

„Die Menschen müssen abwägen, um sich nicht in Lebensgefahr zu bringen, wenn sie versuchen, Gerechtigkeit zu bekommen“, sagt Cora. “Thabo ist so eingeschüchtert, dass wir versprechen mussten, die Einbrecher nicht wegen Tierquälerei anzuzeigen. Der örtliche Polizeikommandant ist jedoch über den Vorfall unterrichtet. Er wartet auf weitere Hinweise bezüglich der Identität der Diebe. Erst dann wird er eine Polizeieinheit aussenden, die sich um die Kriminellen und illegalen Waffenbesitzer kümmert. Leider will bisher niemand die benötigten Informationen preisgeben. Denn die Polizei in unserer Gegend ist korrupt, und niemand traut den Beamten wirklich.”

Während die Untersuchungen wegen des bewaffneten Überfalls weiter laufen, werden die Mitarbeiter unseres CLAW-Projektes versuchen, die Verbrecher vor Gericht zu bringen – ohne dabei Thabo, Snoopy und die beiden anderen Hunde der Familie zu gefährden.

Lisa Cant-Haylett

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Kampagnenberater
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