Russland: Bärenkinder genießen den Sommer

Einige Bärenkinder lieben es, im Wasser zu seinDieser Blogbeitrag wurde von unserer russischen IFAW Kollegin Mila Danilova geschrieben.

Anfang Juli öffneten sich endlich die Türen – und gaben zwölf neugierigen Bären-Waisenkindern den Blick auf „die Welt da draußen“ frei!

Endlich können sie sich frei im nahegelegenen Wald bewegen. Die Bärenjungen finden zwar ausreichend pflanzliche Nahrung in der Natur, trotzdem wird ihr Speiseplan zweimal am Tag durch eine Schüssel mit Futterkonzentrat ergänzt.

Die Bärenkinder sind jetzt in einem Alter, in dem sich ihr Sozialverhalten entwickelt. Solange sie sich im Gehege befanden, hielten sie sich dicht beieinander, draußen jedoch finden sie sich in Kleingruppen zusammen. Zurzeit gibt es nur zwei Anführer für eine Gruppe von zwölf Bärenjungen, bald jedoch werden sich weitere Anführer herauskristallisieren.

Der kleine Borya (dritter von rechts) versucht, auf den Baumstamm zu klettern.Die Bärenkinder sind jetzt in einem Alter, in dem sie sehr viel spielen – dadurch erlernen sie wichtige soziale Verhaltensweisen. In einer Schlucht haben die Bären einen riesigen alten Baumstamm zu ihrem Lieblingsspielplatz erwählt. Hier bleibt die Erde immer feucht und die Bären finden viel saftige Nahrung.

Der kleine Borya, der zusammen mit seinem Bruder als einer der letzten in die Gruppe kam, ist noch immer ein wenig schüchtern, versucht aber, überall mitzuspielen.

Mitte Mai entdeckte ein Mann auf dem Weg von Moskau nach Sankt Petersburg etwas Dunkles am Straßenrand. Er hielt den Wagen an und fand zwei Bärenjunge, die nicht wegliefen, als er sich näherte. Die kleinen Bären waren dermaßen ausgezehrt, dass der Mann sie ohne Probleme in sein Fahrzeug laden konnte.

Er nahm die Bären mit zu sich nach Hause, wo er sie in der Garage unterbrachte. Vergeblich kontaktierte er verschiedene Zoos und Zirkusse, denen er die Bärenjungen für umgerechnet 320 US-Dollar zum Kauf anbot – jedoch ohne Erfolg, denn dort gab es bereits genügend Braunbären.

Borya spielt im WasserEiner der kleineren Zirkusse hätte die Bären nur deshalb gekauft, um sie auszuwildern. Eine Mitarbeiterin des Zirkus rief die IFAW Rettungsstation an, wohin die Bärenkinder dann am 24. Mai gebracht wurden.

Obwohl diese jungen Bären ungefähr das gleiche Alter hatten wie die restlichen zehn, die sich bereits in der Rettungsstation befanden, waren sie viel kleiner. Eine mögliche Ursache hierfür wäre, dass sie ohne Mutter waren und dadurch Hunger erlitten hatten. Ein anderer Grund könnte sein, dass die beiden vielleicht von einer zu jungen, nicht vollständig entwickelten Mutter zur Welt gebracht wurden.

Diesen Sommer ist es in Russland sehr heiß. Die Bären verbringen viel Zeit im Wasser – einige von ihnen können sehr gut schwimmen. Andere Bärenkinder, die nicht ins Wasser gehen mögen, bleiben am Ufer, um dort saftige Pflanzen zu fressen. Borya ist vorsichtig und schüchtern, er spielt lieber alleine etwas abseits von seinen größeren und stärkeren Gefährten.

Wir halten Sie über die weitere Entwicklung der Bärenkinder auf dem Laufenden.

Gail A Brunzo

Helfen Sie uns dabei, für die Bärenkinder zu sorgen.

Post a comment

Experten

Kampagnenberater
Kampagnenberater
Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Dr. Ian Robinson, Vizepräsident Vizepräsident Tierschutz und Naturschutz
Vizepräsident Tierschutz und Naturschutz
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Katie Moore, Leiterin Marine Mammal Rescue and Research
Programmdirektorin Tierrettung
Shannon Walajtys
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien