Rekordpreis von 22.000 kanadischen Dollar für ein Eisbärenfell ist kein Grund zum Feiern

Ein Eisbärenfell wurde zum Rekordpreis von 22.000 kanadischen Dollar verkauft. Foto: Wikipedia

Ähnlich wie die Versteigerung eines Blauflossenthunfischs für etwa 1,76 Mio. kanadische Dollar (entspricht ca. 1,3 Mio. Euro) Anfang dieses Jahres, erregte jüngst der in Kanada für ein Eisbärenfell erzielte Rekordpreis von umgerechnet etwa 16.000 Euro mediales Aufsehen.  

Für die Fellindustrie ist das ein Grund zum Jubeln, während Tierschützer darin ein sehr gefährliches Signal sehen. Es besagt: „Greift zu, bevor nichts mehr da ist!“ So wird Knappheit signalisiert und die Bereitschaft erhöht, viel Geld für tote Eisbären zu bezahlen. Diese Entwicklungen könnten für die letzten noch verbliebenen Eisbären die endgültige Ausrottung bedeuten.

Eisbären sind unbestritten sehr kostbar, doch ihr wahrer Wert übersteigt bei weitem den Geldbetrag, den Spekulanten für ihre Felle in einem Auktionshaus zahlen. Die Behauptung, dass das Jagen von Eisbären völlig unbedenklich sei, ignoriert sowohl die wissenschaftlichen Daten, die über die bedrohte Tierart vorliegen, als auch die Historie der kommerziellen Ausbeutung wilder Tiere auf dem Kontinent.

Wenn Wildtiere nur noch eine Ware sind, die meistbietend verkauft wird, und die internationale Nachfrage weiter steigt, hat der freie Markt gewonnen und erledigt den Rest.

Während ein gewisses Maß an kommerzieller Verwertung für kleinere, sich schnell fortpflanzende Arten unter Umständen nicht schädlich ist, tragen die langlebigen, sich langsam fortpflanzenden Arten wie Elefanten und Wale zusätzlich an der Last ihrer natürlichen Entwicklung. Für jene, die mit Wildtieren Profit machen wollen, mag es unter ökonomischen Aspekten einleuchtend erscheinen, eine Art auszubeuten oder sogar auszurotten.

Die langsame Reproduktionsrate, eine steigende internationale Nachfrage, horrende Preise für Eisbärenfelle und der erwartete, durch den Klimawandel hervorgerufene Lebensraumverlust lassen für nur eine Schlussfolgerung zu: Es muss ein internationales Handelsverbot für Eisbären geben.

Ein Rekordpreis von 22.000 kanadischen Dollar für ein Eisbärenfell ist wahrlich kein Grund zum Feiern. Hoffen wir, dass nach dieser Versteigerung nicht plötzlich viele gut betuchte Menschen auf die Idee kommen, sich ebenfalls einen Teppich aus Eisbärenfell oder eine ausgestopfte Trophäe anzuschaffen, denn das könnte das endgültige Aus für die Eisbären bedeuten.

Sheryl Fink

Erfahren Sie mehr über die Arbeit des IFAW zum Schutz der Eisbären.

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Azzedine Downes, Präsident und CEO
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Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
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Dr. Elsayed Ahmed Mohamed, Regionaldirektor Mittlerer Osten
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Jeffrey Flocken, Regionaldirektor Nordamerika
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Kelvin Alie, Programmdirektor Wildtierhandel
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Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
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Robert Kless, Leiter Wildtier-Kampagnen, IFAW Deutschland
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Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
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