Naturschutz hilft bedrohten Arten

Wissenschaftler sprechen von einem "sechsten Massensterben auf der Erde". Die großflächige Ausrottung von Pflanzen und Tieren wurde vorwiegend durch menschliche Eingriffe ausgelöst.

Es ist höchste Zeit, unser Handeln kritisch zu überdenken. Wir müssen nach großen und kleinen Lösungen suchen, um das Aussterben so vieler Tier- und Pflanzenarten zu verhindern.

Auf der “Roten Liste” der Weltnaturschutzunion IUCN finden sich derzeit 79.800 Arten, von denen 23.000 vom Aussterben bedroht sind, darunter 41 Prozent der Amphibien, 34 Prozent der Nadelbäume, 33 Prozent der Korallen, 25 Prozent der Säugetiere und 13 Prozent der Vögel.

Kürzlich  berichteten Forscher, dass sich der Elefantenbestand in 73 Schutzgebieten durch menschliche Eingriffe wie Wilderei auf nur 25 Prozent seiner ursprünglichen Größe verringert hat. Dieses 10 Jahre dauernde Forschungsprojekt wurde vom IFAW mitfinanziert.

Der IFAW sucht im Rahmen seiner  Naturschutzarbeit nach Lösungen. Unser neuerNaturschutzschwerpunkt hat sich aus dem Elefantenschutzprogramm heraus entwickelt. Die Grundidee besteht darin, zahlreiche Gefahren und Herausforderungen auf mehreren Ebenen in Angriff zu nehmen, die weit über die Lebensräume der Elefanten hinausgehen.

Naturschutz, wie wir ihn verstehen, bezieht die Bedürfnisse von Menschen und Tieren gleichermaßen ein. Wir entwickeln Strategien, um Schlüsselarten aber auch andere Arten an bestimmten Orten auf umfassende Art und Weise zu erhalten. Wir betreiben Tierschutz, retten und rehabilitieren Tiere mittels wissenschaftlich fundierter Methoden, binden die Gemeinden mit ein und setzen uns mit aller Kraft für den Schutz von Wildtieren ein.

Derzeit konzentrieren wir uns vor allem auf folgende Tierarten:

Schuppentiere

Schuppentiere sind eine der am meisten von Wilderei betroffenen Tierarten, wobei ihre Schuppen, genau wie Nashorn-Horn, aus dem gleichen Material wie menschliches Haar und Nägel bestehen und keinerlei therapeutische Eigenschaften besitzen. Obwohl alle acht Arten auf Anhang I von CITES gelistet sind (damit ist der internationale Handel untersagt), nehmen Beschlagnahmungen illegal exportierter Schuppen von Schuppentieren und sogar von lebenden Schuppentieren stetig zu. So fing beispielsweise China im Dezember eine drei-Tonnen-Ladung ab, und in Malaysia wurden Anfang Mai 2017 innerhalb von nur zwei Wochen 700 Kg Schuppen von Schuppentieren beschlagnahmt.

Nashörner

Das Töten von Nashörnern aufgrund ihrer Hörner hält unvermindert an, wobei im Laufe von zehn Jahren 7.000 Nashörner wegen ihres Horns getötet wurden. In Südafrika, wo es noch am meisten Nashörner gibt, ging die Zahl der gewilderten Tiere leicht zurück. Dabei wurden 2016 noch immer 1.054 Nashörner getötet.

Berberaffen

Unglaublich aber wahr: Der illegale Handel mit Haustieren trägt entscheidend zum Rückgang des Bestands von Berberaffen bei, des einzigen nichtmenschlichen Primaten, der nördlich der Sahara anzutreffen ist. Von den einst in Nordafrika weit verbreiteten Affen leben in Marokko und Algerien nur noch etwa 6.500 bis 9.100 Tiere, während auf dem Felsen von Gibraltar noch etwa 200 Berberaffen zu finden sind. Der Gesamtbestand von Makaken ging in den letzten dreißig Jahren um 50 bis 80 Prozent zurück.

Elefanten

Eine kürzlich veröffentlichte Studie enthüllt, dass der Bestand von Elefanten aufgrund menschlicher Eingriffe (vor allem der Wilderei) um 75 Prozent zurückgegangen ist.  Elefanten werden vor allem wegen ihres Elfenbeins getötet, wonach im Fernen Osten große Nachfrage besteht. Im letzten Jahr informierten Medienberichte, dass Vollzugsbeamte mindestens zwanzig Tonnen illegal gehandeltes Elfenbein beschlagnahmt hatten.

Afrikanische Löwen

Es wird geschätzt, dass vor der Kolonialisierung etwa eine Million Löwen in Afrika lebten, die alle ökologischen Nischen mit Ausnahme der trockensten Wüsten und feuchtesten Regenwälder besiedelten. Durch wahllose Tötung aufgrund von Mensch-Wildtier-Konflikten, Lebensraumverlust, Verlust von Beutetieren, Jagd auf Wildfleisch und die Trophäenjagd wurde der Löwenbestand jedoch drastisch reduziert. Auch Körperteile von Löwen und verarbeitete Produkte der Tiere werden in großem Umfang gehandelt. Dabei nimmt vor allem der Export in den Fernen Osten ständig zu, wo Tigerknochen für medizinische Zwecke verwendet werden. Im letzten Jahr scheiterte ein Versuch, Afrikanische Löwen auf Anhang I von CITES zu setzen. Daher dürfen Löwenknochen in Südafrika weiterhin gehandelt werden. Zu Jahresanfang kündigte Südafrika an, für 2017 den Handel der Knochen von bis zu 800 Löwen zu erlauben.

Afrikanischer Graupapagei

Afrikanische Graupapageien sind aufgrund ihrer außerordentlichen Lern- und Merkfähigkeit als Haustiere äußerst begehrt. Die Papageien sind äußerst gesprächig, und dank ihrer Fähigkeit zur Nachahmung der menschlichen Sprache stehen sie bei Händlern hoch im Kurs. Der Bestand der früher in großer Zahl in West- und Zentralafrika beheimateten Tiere ging in einigen Staaten um sage und schreibe 90 Prozent zurück. Der Hauptgründe dafür sind der Handel mit lebenden Tieren, Zerstörung der Lebensräume und territoriale Zersplitterung.  

Der Tag der bedrohten Arten erinnert uns an die Gefahren, denen so viele Tierarten unserer Erde ausgesetzt sind. Für uns alle ist es höchste Zeit, etwas dagegen zu tun. Setzen wir uns für den Schutz der Wildtiere ein!

Azzedine Downes

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Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
Präsident und CEO
Beth Allgood, IFAW Länderdirektorin USA
Länderdirektorin USA
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Cynthia Milburn, Senior-Beraterin Strategieentwicklung
Senior-Beraterin Strategieentwicklung
Dr. Joseph Okori, Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Natursc
Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Naturschutz
Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
Vizepräsidentin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
Kelvin Alie, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident
Patrick Ramage, Programmdirektor Meeresschutz
Programmdirektor Meeresschutz
Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
Programmdirektor Wildtierkriminalität