Heimtückische Reisekrankheiten bei Hunden – eine unterschätzte Gefahr

Anlässlich des Welthundetages am 10. Oktober traf sich unser Praktikant Arne Loth mit der Hamburger IFAW Tierärztin Alexandra Wenzel, um Tipps für Hundebesitzer einzuholen. Wichtige Infos hat er in einem Blog zusammengefasst:

Am 10. Oktober ist Welthundetag! Viele Hundebesitzer werden den Tag zum Anlass nehmen, ihrem vierbeinigen Gefährten etwas besonders Gutes zu tun und vielleicht das ein oder andere Leckerli mehr zu geben. Schließlich sind Hunde für viele Menschen mehr als nur ein Haustier: sie sind treue Lebensbegleiter und unersetzliche Familienmitglieder. Dies trifft gerade auch auf Deutschland zu, wo in etwa neun Prozent aller Haushalte ein Hund gehalten wird.

Gleichzeitig sind wir Deutschen Weltmeister im Reisen. In keinem anderen europäischen Land fahren die Leute so häufig in den Urlaub wie bei uns. Und immer häufiger ist auch der Hund mit von der Partie. Nicht nur Grenzüberschreitungen innerhalb Europas sind heutzutage um vieles einfacher als früher, auch Hotels und Pensionen richten sich immer mehr auf vierbeinige Begleitung aus. So ist es nicht überraschend, dass Hunde mehr und mehr ins Ausland mitgenommen werden, denn schließlich lässt man Familienmitglieder nicht gerne zurück, wenn es auch anders geht!

Allerdings bringt diese Entwicklung auch Risiken mit sich, über die sich Hundebesitzer unbedingt im Klaren sein sollten. Gerade in beliebten Urlaubsländern im Mittelmeerraum, wie beispielsweise Spanien, Portugal, Italien, Griechenland oder Südfrankreich, gibt es gefährliche Erreger, mit denen sich die Hunde infizieren können. Besonders heikel sind Zecken und sogenannte Sandmücken, oft fälschlicherweise als Moskitos bezeichnet. Diese Parasiten übertragen Krankheiten, die für Hunde ohne Behandlung mitunter tödlich enden. Zu den häufigsten Infektionen gehören die Leishmaniose und Dirofilariose (Herzwürmer), verursacht durch Sandmücken, und die Ehrlichiose, die durch Zecken übertragen wird.

Das Heimtückische an diesen Krankheiten ist, dass die Symptome sich schleichend entwickeln und nicht immer eindeutig zuzuordnen sind. Wer mit seinem Hund im Urlaub war und nach der Rückkehr eine generelle körperliche Schwäche, oft gepaart mit Fieber und Gewichtsverlust, feststellt, sollte umgehend einen Tierarzt aufsuchen. Leider ist es oftmals zu diesem Zeitpunkt schon so weit, dass die Infektion chronischer Art ist. Sie kann dann zwar noch behandelt, aber nicht mehr vollständig geheilt werden.

Zum Glück gibt es aber vorbeugende Schutzmaßnahmen, die es Hundebesitzern ermöglichen, auch weiterhin guten Gewissens mit Hund in den Urlaub zu fahren. Für die Leishmaniose existiert zum Beispiel seit 1 ½ Jahren ein Impfstoff, der spätestens neun Wochen vor der Abreise zum ersten Mal verabreicht werden muss. Für alle anderen Krankheiten existieren Präventivmittel, wie beispielsweise sogenannte Spot-ons oder Halsbänder, die ausreichend Schutz vor Mücken und Zecken bieten. Um ganz auf Nummer sicher zu gehen, raten Tierärzte auch dazu, den Hund abends und bei Dämmerung im Haus zu halten und Fenster und Türen durch besondere „sandmückensichere“ Moskito-Netze zu schützen. In jedem Fall sollte jeder Hundebesitzer rechtzeitig vor der Abfahrt einen Tierarzt aufsuchen, um die für die jeweilige Urlaubsregion nötigen Maßnahmen zu treffen. Nach der Rückkehr sollte dann so bald wie möglich noch einmal getestet werden, ob auch wirklich alles gut gegangen ist. 

Dies gilt im Übrigen auch besonders, wenn Hunde aus dem Urlaub mit nach Deutschland gebracht werden. Der Anblick streunender und abgemagerter Tiere in südlichen und osteuropäischen Ländern ist für viele Urlauber verständlicherweise schwer zu ertragen und viele möchten einem Hund aus dem Ausland ein neues, behütetes Zuhause in Deutschland bieten. Da die Wahrscheinlichkeit von gefährlichen Infektionskrankheiten gerade bei diesen Tieren leider sehr hoch ist, ist es äußerst wichtig, sie nach Ankunft in Deutschland so schnell wie möglich von einem Tierarzt testen zu lassen. Nur so kann man diesen Hunden langfristig helfen und sicherstellen, dass auch die Hunde hierzulande vor gefährlichen Erregern aus dem Ausland geschützt sind.   

Dörte von der Reith

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