EU darf nicht bei der grausamen Überführung von Belugawalen mitmachen

Ein Belugawal in seiner natürlichen Umgebung, fotografiert während der jährlichen IFAW Forschungsarbeit vor der Küste der russischen Solowezki-Inseln

Mein Kollege, Patrick Ramage hatte bereits über die gute Nachricht berichtet, dass 18 Belugawale nicht in einem Aquarium in den Vereinigten Staaten den Rest ihrer Tage in Gefangenschaft fristen müssen. Eine Sache, die er hierbei nicht erwähnt hatte, ist die Rolle der EU bei der illegalen Überstellung dieser Wale.

Ursprünglich war geplant, die Wale in einem uralten, ursprünglich nicht für Transportzwecke gedachten Flugzeug aus Russland auszufliegen. Diese Maschine ist zudem so laut, dass sie den US-Luftraum nicht hätte überfliegen dürfen. Daher hätte man die Belugawale in dieser lärmenden Kiste zunächst nach Lüttich in Belgien gebracht, um sie dort für ihre weitere Reise nach Atlanta im US-Bundesststaat Georgia  in ein anderes Flugzeug umzuladen.

Das Schlimmste daran ist, dass Belugas und andere Meeressäugetiere ein unglaublich empfindliches Gehör haben. Auf diesen Sinn müssen sie sich zum Zweck der Kommunikation, Fortpflanzung, Ernährung und für andere lebensnotwendige Aufgaben verlassen. Es bricht mir das Herz, dass diese sensiblen Tiere einem solch ohrenbetäubenden Lärm ausgesetzt worden wären. Und es macht mich ungeheuer wütend, dass Belgien und die EU sich an dieser Tierquälerei mitschuldig gemacht hätten.

Die EU-Gesetzgebung und die EU-Bürger haben sich eindeutig dafür ausgesprochen, dass Wale in die Wildnis gehören. Erst vor kurzem ging ein Schrei der Entrüstung durch die Bevölkerung, um zu erreichen, dass Rotterdam und andere Städte ihre Häfen für den Im- und Export von Walfleisch schließen.

Ich bin sehr froh darüber, dass diesen 18 Walen zumindest dieser grausame Langstreckenflug inklusive “Umsteigen” in Lüttich erspart bleibt, auch wenn ihr Schicksal ansonsten weiterhin ungewiss ist.

Es ist gut, dass die US-Regierung seit nunmehr zwei Jahrzehnten keine Wale mehr importiert, die aus freier Wildbahn gefangen wurden. Dennoch können sie sich noch lange nicht entspannt zurücklehnen. Amerikanische und EU- Behörden müssen sicherstellen, dass eine Überführung solcher Tiere auch in Zukunft verhindert wird.

Adrien Hiel

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Experten

Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
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Isabel McCrea, Regionaldirektorin Ozeanien
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IFAW Japan Representative
Repräsentantin IFAW Japan
Patrick Ramage, Programmdirektor Wale
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