Erste Schritte in Richtung Wildnis für Elefantenwaisen

Die Waisen haben eine enge Bindung zu ihren Pflegern.
Mittwoch, Juni 11, 2014
Hamburg

Die Elefantenkälber Kavalamanja und Maramba, die bereits vor ihrem zweiten Geburtstag Waisen wurden, sind einem natürlichen Leben in der Wildnis einen Schritt näher gekommen. Pfleger brachten sie nun zu einer Auswilderungsstation in Sambias Kafue Nationalpark.

Meist sind die Mütter der kleinen Elefanten gewildert worden. Kavalamanja und Maramba gehören zu den wenigen Glücklichen, die vor dem sicheren Tod bewahrt und in den Lilayi-Elefantenkindergarten in Sambias Hauptstadt Lusaka gebracht wurden. Dort betreuen Pfleger die kleinsten Waisen rund um die Uhr. Später kommen sie in die Auswilderungsstation im Kafue Park, um sie langsam auf ein Leben in Freiheit vorzubereiten. Beide Einrichtungen werden von der Wildhüterorganisation Game Rangers International (GRI) betrieben.

„Kavalamanjas Mutter wurde nachweislich von Wilderen getötet, Maramba haben wir alleine umherwandernd gefunden. Hätten wir die Elefantenkälber nicht gerettet, wären sie wahrscheinlich an Unterernährung gestorben, denn sie sind bis zum dritten Lebensjahr abhängig von der Muttermilch“, erklärt Rachel Murton, Projektmanagerin des Elefantenwaisenprojekts.

Nach einer dreijährigen sorgfältigen Rehabilitation reisten die Kälber am Montag in zehn Stunden zur Auswilderungsstation im Kafue-Park. Dort bereiten die Mitarbeiter des GRI eine wachsende Herde junger, verwaister Elefanten langsam auf ein Leben in der Wildnis vor.

„In den nächsten Monaten werden Kavalamanja und Maramba, die nun dreieinhalb und vier Jahre alt sind, von der Milch entwöhnt. Sie lernen, frei mit anderen Elefanten zu sozialisieren und auch in der Nacht Nahrung zu suchen. Das sind wichtige Verhaltensmuster, die sie für ein Leben in der Wildnis benötigen“, sagt Murton.

Am Tag durchstreifen die Elefanten den Kafue-Nationalpark und kehren in der Nacht in ein drei Hektar großes, abgezäuntes Areal zurück, damit sie vor Raubtieren geschützt sind. Dieser Schutzzaun wurde erst kürzlich vom IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) und anderen Spendern finanziert.

„Bis zu 50.000 Elefanten werden jedes Jahr wegen ihres Elfenbeins getötet. Die unschuldigen Opfer dieses sinnlosen Schlachtens bedürfen dringend unserer Hilfe“, betont Jason Bell, IFAW Direktor Südafrika.

„Elefanten sind intelligente Wesen mit komplexen Sozialstrukturen. Wenn diese Strukturen durch Wilderei gestört werden, hat das einen enormen Effekt auf die gesamte Familie. Um den kleinen Waisen eine neue Chance zu geben, unterstützen wir GRI dabei, diese faszinierenden Tiere zu schützen und zu pflegen.“

Das Elefantenwaisenprojekt ist ein Vorhaben der GRI. Die Organisation arbeitet eng mit der sambischen Wildtierbehörde zusammen und wird von der David-Shepherd-Wildtier-Stiftung und dem Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW) unterstützt.

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