Erfolg für den Haischutz: Emirates Sky Cargo transportiert keine Haiflossen mehr

Haifischflossen - ein gewohntes Bild im Hafen von Dubai Obwohl die Golfregion im Mittleren Osten einer der größten Umschlagplätze für Haiflossen ist, hat die arabische Airline Emirates Sky Cargo auf ihrer Webseite verkündet, keine Haifischflossen mehr zu transportieren. Sie folgen damit den Forderungen des IFAW und weiterer Natur- und Tierschutzorganisationen, die sich im Rahmen einer gemeinsamen globalen Kampagne zum Ziel gesetzt haben, den Schutz von Haien zu verbessern.

Emirates ist nicht die erste Airline, die diesen wichtigen und verantwortungsvollen Schritt geht: auch Korean Airlines, Asiana, Qantas und Air New Zealand haben sich verpflichtet, keine Haifischflossen mehr zu transportieren, um die gefährdeten Haipopulationen zu schützen. Cathay Pacifik und Fiji Airways haben den Transport von Flossen zumindest eingeschränkt. Weitere Fluggesellschaften werden hoffentlich bald folgen.  Bei 21 weiteren Airlines weltweit steht die Entscheidung momentan noch aus – darunter auch sehr große wie United und Air France.

Es wird immer seltener, dass man als Taucher das Glück hat, einem majestätisch vorbeiziehenden Hai zu begegnen. Wesentlich größer ist die Chance, tote Haie zu sehen. Der Grund dafür ist, dass Haifischflossen, bei vielen Asiaten, insbesondere in China und Hongkong als teure Delikatesse gehandelt werden. Obwohl sie völlig geschmacksneutral sind, steht es für Reichtum und Prestige, sich im Restaurant eine Haifischflossensuppe  zu bestellen. Sie ist der Grund, warum ein Großteil der 100 Millionen Haie jährlich abgeschlachtet wird und weshalb die Riffe weltweit verarmen. Die Flossen werden den Tieren oft bei lebendigem Leib abgeschnitten. Danach werden die Körper der Tiere häufig als Abfall entsorgt. Oder sie werden lebend wieder über Bord geworfen und ertrinken.

Die Airline-Kampagne wirkt sich direkt auf die weltweiten Märkte aus: Indem die angebotene Menge reduziert wird, steigen die Preise für Haifischflossen in den Abnehmerländern. Dadurch sinkt die Nachfrage. Wir hoffen, dass dies dazu führt, dass der massive Druck auf die Haipopulationen weltweit nachlässt. Und wir wollen mit der Kampagne erreichen, dass Verbraucher zweimal nachdenken, bevor sie Haifische – in welcher Form auch immer – essen. Genau diesen Erfolg haben wir beispielsweise mit dem von uns mitinitiierten europäischen Robbenhandelsverbot erzielt, durch das die Zahl der abgeschlachteten Robben massiv reduziert werden konnte.

Natürlich muss man den Schutz der Haie parallel über weitere Maßnahmen vorantreiben. Darum sind wir stolz, dass wir Teil einer Koalition waren, die beim Washingtoner Artenschutzübereinkommen für fünf besonders gefährdete Haiarten und drei Rochenarten wichtige Maßnahmen durchsetzen konnten, die sie besser schützen. Im Moment arbeiten wir gemeinsam mit der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten und mit verschieden Ländern im Mittleren Osten daran, dass die durchgesetzten Schutzbestimmungen in diesen wichtigen Haigebieten umgesetzt werden.

Dr. Ralf Sonntag

Erfahren Sie mehr über die Arbeit des IFAW gegen den internationalen Handel mit Wildtieren.

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Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO des IFAW
Präsident, CEO und Geschäftsführer IFAW-Deutschland
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Dr. Elsayed Ahmed Mohamed, Regionaldirektor Mittlerer Osten
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Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
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Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
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Isabel McCrea, Regionaldirektorin Ozeanien
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Jeffrey Flocken, Regionaldirektor Nordamerika
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Kelvin Alie, Programmdirektor Wildtierhandel
Programmdirektor Wildtierhandel
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Robert Kless, Leiter Wildtier-Kampagnen, IFAW Deutschland
Leiter Wildtier-Kampagnen, IFAW Deutschland
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
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