Elefanten im Amboseli zu besendern ist kein leichtes Unterfangen

Daniel Leturesh, Vorsitzender der Olgulului/Ololarashi Group Ranch, markiert die Elefanten  © IFAW/Jacqueline NyagahVon Februar 2013 bis April 2014 wurden zwölf Elefanten im Amboseli-Nationalpark mit Senderhalsbändern versehen. Für etwa zwei Jahre können wir so mittels Satelliten- und GPS-Signalen die Routen der Elefanten verfolgen.

Diese Nachverfolgung ist wichtig, um Informationen über die Migrationsrouten und Ausbreitungsgebiete der Tiere auf der Suche nach Wasser und Nahrung zu sammeln, die von großer Bedeutung für das Naturschutzmanagement im Amboseli-Park sind. Und sie ist sehr wichtig für den IFAW, um die entscheidenden Korridore der Elefanten im Amboseli-Gebiet zu schützen. Gleichzeitig hilft die Signalverfolgung, Konflikte zwischen Menschen und Elefanten zu vermeiden.

Zwölf Elefanten wurden bisher im Rahmen der Zusammenarbeit des IFAW mit dem Kenya Wildlife Service (KWS) und der Schule für Feldstudien (SFS) mit Senderhalsbändern versehen. Die letzten zwei am 23. April 2014.

Einem Elefanten ein Halsband anzulegen, ist keine einfache Sache. Die Besenderung muss minuziös monatelang im Voraus geplant werden. Jedes Detail muss zeitlich genau getaktet werden und es muss festgelegt werden, wer für was verantwortlich ist. Wer gießt Wasser über einen bewegungsunfähigen Elefanten, damit seine Temperatur stabil bleibt? Wer bedient die Stoppuhr, um die Dauer einer Aktion zu messen? Wer stellt sicher, dass das Team auch in einer dichten Graslandschaft oder in entlegenen Gegenden ausreichend mit Lebensmitteln und Wasser versorgt ist?

Eine Besenderung ist eine heikle Angelegenheit: Ein sechs Tonnen schwerer Elefant muss betäubt und anschließend wieder aufgeweckt werden. Dies erfordert technisches Fachwissen und Präzision und ein Team aus Tierärzten, Labortechnikern, Forschern und Logistikern.

Ein selten erwähnter, aber besonders wichtiger Erfolgsfaktor bei einer Elefanten-Besenderung ist die Beteiligung der umliegenden Dörfer. Im Amboseli teilen sich Elefanten und andere Wildtiere das Gebiet mit den Massai. Ohne ihre Unterstützung wäre ein solches Projekt unmöglich.

Im Rahmen der Planung wird das geografische Gebiet definiert, in dem die Besenderung stattfinden soll. Mit Hilfe der Einheimischen bestimmen die Wildhüter die Gegenden, wo zuletzt Elefanten gesichtet wurden. Das erleichtert den Suchflugzeugen später die Arbeit. Parallel informieren die Gemeindevorsitzenden und Stammesoberhäupter die Bewohner über die Maßnahme und kümmern sich um die Sicherheit der Menschen. Und am Tag der Besenderung helfen die Wildhüter bei den erforderlichen Sicherheits- und Logistikmaßnahmen.

Glücklicherweise gab es keine Verletzungen oder Todesfälle von Menschen oder Elefanten in den vierzehn Monaten, in denen wir die zwölf Elefanten mit Senderhalsbändern ausgestattet haben. Die Positionen der Elefanten werden täglich überprüft und an uns weitergeleitet. Die Signalverfolgung gibt uns wichtige Informationen über die Elefantenbewegungen entlang der kenianisch-tansanischen Grenze. Es ist faszinierend zu sehen, wie weit einige Elefanten wandern.

Wir sind sehr glücklich über den Erfolg und teilen diesen mit den ansässigen Massai-Gemeinschaften. Sie haben einen wichtigen Beitrag zu diesem Projekt geleistet, das eine bedeutende Rolle zum Schutz der Elefanten spielt.

Erfahren Sie mehr über unsere Arbeit zum Schutz der Elefanten.

Jacqueline Nyagah

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien