Elefanten in der Krise – die Lage ist weitaus ernster als gedacht

Die jüngsten Zahlen von der großen Elefantenzählung (GEC), die während der letzten zwei Jahre auf dem gesamten afrikanischen Kontinent durchgeführt wurde, zeichnen ein düsteres Bild von der Zukunft der Afrikanischen Elefanten. Im Rahmen der Zählung wurde kürzlich ein Bericht veröffentlicht, der besagt, dass der Bestand Afrikanischer Elefanten in den sieben Jahren zwischen 2007 und 2014 um dreißig Prozent zurückging, was dem Verlust von 144.000 Elefanten gleichkommt. Sollte diese Tendenz anhalten, könnte der Bestand bis 2025 auf 160.000 Tiere schrumpfen.

Das ist äußerst alarmierend! Voller Sorge erwarteten wir das gesamte Ergebnis der Studie - wohl wissend, dass im Zeitraum zwischen 2010 und 2012 an die 100.000 Elefanten wegen ihres Elfenbeins getötet wurden. Und dies trotz der internationalen Aufmerksamkeit, die sich der Krise widmete, und trotz verstärkter Anstrengungen zur Bekämpfung der Wilderei in vielen afrikanischen Ländern.

Die Elefantenbestände haben den kritischen Punkt erreicht, und die nächsten fünf Jahre sind entscheidend, wenn wir eine Katastrophe noch abwenden wollen.

Wie können wir das erreichen? Vieles muss getan werden, wobei wir vor allem drei dringende Maßnahmen sehen:

  • Zuerst müssen wir sicherstellen, dass die Ressourcen besser eingesetzt werden. Dank der Gebergemeinschaft wurden beträchtliche Summen Geld gespendet, um Wilderei und Wildtierhandel zu bekämpfen. Eine starke Konkurrenz um Ressourcen sowie verschiedene Ansichten, wo die Prioritäten liegen, erschweren jedoch die Entscheidungsfindung. Falls es uns nicht gelingt, die Koordination der Verwendung von Ressourcen zur Bewältigung der Probleme auf dem gesamten Kontinent entscheidend zu verbessern, werden wir den Kampf immer wieder verlieren.
  • Zweitens dürfen wir nicht länger mit dem Gedanken einer erneuten Legalisierung des Verkaufs von Elfenbein spielen - auch nicht im Rahmen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES). Zur 17. Vertragsstaatenkonferenz des CITES-Übereinkommens, die im September in Johannesburg stattfindet, reichten Namibia und Simbabwe Vorschläge ein, den Elfenbeinhandel zu deregulieren und Verkaufsquoten für den asiatischen Markt zuzulassen. Das muss aufhören. So werden weiterhin die falschen Signale an Konsumenten gesandt, und die Bemühungen vor Ort zur Bekämpfung der Wilderei werden untergraben. Die einzige Nachricht, die ein potentieller Kunde jetzt erhalten sollte, ist: Der Kauf von Elfenbein ist illegal.
  • Und schließlich müssen wir sicherstellen, dass sich sämtliche Bemühungen zur Bekämpfung der Wilderei nicht nur darauf konzentrieren Reservate vor Wilderern zu schützen.  Sondern wir müssen auch den Aufbau von Netzwerken zwischen den in der Nähe der Reservate lebenden Menschen vorantreiben, um die kriminellen Banden und Netzwerke zu bekämpfen und auch zu besiegen. Die Methoden zur Bekämpfung der Wilderei mit Hilfe modernster Techniken wie das Sammeln und Analysieren wichtiger Daten müssen verfeinert werden. Das unterstützt die Strafverfolgungsbehörden dabei, dem Töten zuvorzukommen.

Es kann nicht länger nur um einzelne Wilderer oder Schmuggler gehen. Die im illegalen Wildtierhandel involvierten und organisierten kriminellen Netzwerke müssen zerschlagen werden.  Erfolg wird sich dort einstellen, wo Aufklärungsarbeit und effiziente Einsätze vor Ort im Kampf gegen die Wilderei kombiniert werden.

Es ist ein Krieg, und wir alle müssen aktiv werden, wenn wir die Elefanten retten wollen. Der IFAW wird auch weiterhin an allen Fronten kämpfen, um diese schwere Krise zu meistern.

Jason Bell

 

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Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
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Beth Allgood, IFAW Länderdirektorin USA
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Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
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Cynthia Milburn, Senior-Beraterin Strategieentwicklung
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Faye Cuevas, Esq., Strategische Beraterin und Leiterin tenBoma
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Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
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Kelvin Alie, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
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Patrick Ramage, Programmdirektor Meeresschutz
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Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
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