Das gehört sich nicht – auch nicht für einen König!

Die aktuelle Meldung über die Elefantenjagd des spanischen Königs Juan Carlos im Okavangodelta in Botswana ist beunruhigend.

Sie ist nicht nur beunruhigend, weil er aus Spaß einen Elefanten getötet hat, sondern auch, weil er in seinem Heimatland hauptsächlich dafür kritisiert wurde, auf eine teure Jagdsafari gefahren zu sein, während das restliche Land von der Finanzkrise gebeutelt ist.

Aber warum kritisiert eigentlich keiner, dass das Jagen eines Elefanten moralisch gesehen eine fragwürdige Angelegenheit ist und dass es, wenn es so hochrangige Persönlichkeiten tun, in Bezug auf den Artenschutz eine völlig falsche Botschaft aussendet? Ich muss doch sagen, dass mir das alte Argument, dass die Trophäenjagd für den Artenschutz und die einheimische Bevölkerung von Nutzen sei, langsam gewaltig auf die Nerven geht. Es ist schlicht und einfach falsch. Beleuchtet man einmal die wirtschaftlichen Zusammenhänge in der Jagdbranche im südlichen Afrika etwas genauer, wird man sehr schnell feststellen, dass wenige Menschen vor Ort von der Jagd profitieren – Landbesitzer ja; die einheimische Bevölkerung nein; der Artenschutz nein (obwohl das natürlich davon abhängt, wie man Artenschutz definiert; definiert man ihn über Umsätze, dann vielleicht schon…).

Und was ist eigentlich so toll daran, einen Elefanten, einen Löwen, eine Hyäne oder sogar ein Stachelschwein (und das ist kein Witz) aus Spaß umzubringen? Ich kann es einfach nicht sagen, der psychologische Hintergrund solcher Taten hat sich mir noch nie erschlossen, mir kommen da nur Beweggründe wie Machtgier, Utilitarismus, Egoismus und Ignoranz in den Sinn – nicht gerade moralisch integere Richtlinien. Ich frage mich, was wohl im Kopf des Königs vorgegangen ist, als er zum ersten Mal einen Elefanten in der Wildnis gesehen hat. Hat er da schon gedacht, dass er so einen einmal gerne erschießen würde oder trieb ihn vielleicht die Macht der Tradition dazu? Eins ist jedenfalls sicher: Ein krönender Moment war diese Tat für den König nicht.

-JB

Kommentare: 1

 
Michael Mandel
4 Jahre ago

Wie wäre es wenn dieser "König" statt durch Krokodilstränen die er medienwirksam vergießt, durch eine großzügige Spende sein Unrecht zum Ausdruck bringt?

Post a comment

Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien