Chinas Gesetzgeber will den Kauf und Konsum von Produkten gefährdeter Tierarten unter Strafe stellen

Das Gesetz würde Tiger und andere gefährdete Arten davor schützen, dass man sie aus kommerziellen Gründen tötet.

Laut einem Gesetzesentwurf, der diese Woche dem Ständigen Ausschuss des Nationalen Volkskongresses (NPC) in China vorgelegt wird, soll der Erwerb und Verzehr von Produkten von gefährdeten Tierarten künftig unter Strafe gestellt und mit einer Gefängnisstrafe geahndet werden. Die derzeitige Gesetzgebung verbietet lediglich die Jagd gefährdeter Tierarten. Es wurde bislang versäumt, auch deren Konsum angemessen zu bestrafen. Doch gerade dieser heizt die illegale Jagd an.

Der IFAW unterstützt den Antrag und begrüßt die Bereitschaft des Gesetzgebers, gefährdete Tierarten besser zu schützen. Für Tiger, Kragenbären, Elefanten und Schuppentiere sind das großartige Neuigkeiten.

Auf Shanghaidaily.com ist zu lesen, wie Lang Sheng, Vizevorsitzender der Gesetzgebungskommission des NPC-Ausschusses diese Maßnahme begründet. Der Politiker erklärt, dass der Konsum von Wildtierprodukten einer der Hauptgründe dafür sei, dass man der illegalen Jagd auf Wildtiere so schwer Einhalt gebieten könne. "Die Konsumenten geben den größten Anreiz zur illegalen Jagd im großen Stil", erläuterte Lang.

Der Gesetzesentwurf erfolgte, nachdem chinesische Medien vor einigen Wochen von der Festnahme von sechzehn Bandenmitgliedern berichtet hatten, denen man vorwarf, in den letzten Jahren über zehn Tiger getötet zu haben. Die fraglichen Männer hatten ein Event für reiche Geschäftsmänner und Regierungsbeamte inszeniert, bei dem ein Tiger vor den Augen aller geschlachtet wurde, bevor man ihn für zubereitete und verzehrte. Laut Bericht führte die Polizei am 14. März in einem Wohnhaus in Leizhou eine Razzia durch und ertappte sechzehn Personen dabei, wie sie gerade einen Tiger schlachteten.

Der Kadaver des Tigers, der in Vietnam eingefangen und dann vermutlich lebend nach China transportiert worden war, wurde von der Polizei beschlagnahmt. Am Tatort stellte man außerdem illegal gehandelte Tigerteile und Waffen sicher, die vermutlich zur Jagd auf Großkatzen verwendet werden, darunter auch Elektroschockwaffen.

Neben dem Markt für Wildtierteile, die als traditionelle Heilmittel und exotische Delikatessen gehandelt werden, existiert einem Bericht des Southern Daily zufolge auch ein geheimer Markt für Tierkämpfe, die zur Unterhaltung reicher Geschäftsmänner und Politiker veranstaltet werden. Demzufolge sei es üblich, dass private Geschäftsleute Beamte dafür bezahlten, um an solchen Ereignissen teilnehmen zu dürfen.

Wir wissen zwar schon lange um die Vorliebe chinesischer Bürokraten für exotische Geschenke aus Wildtierteilen, doch diese aktuellen Berichte machen deutlich, wie abscheulich die Ausmaße des grausamen Geschäfts wirklich sind. Das muss aufhören.

Wir müssen dafür sorgen, dass man solch grausame Praktiken an Tieren in Unternehmer- und Regierungskreisen nicht mehr als gängigen Programmpunkt eines Geschäftstreffens akzeptiert.

Grace Ge Gabriel

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Experten

Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien