Blickpunkt Indien: Regenfälle im Vormonsun sind für junge Elefanten ein Fest

Die kleine Nunai im IFAW-Zentrum für Wildtier-Rehabilitation in Indien.Wenn der Frühling kommt, lässt der Regen nicht lange auf sich warten. Im Nordosten Indiens ist gerade die Zeit des Vormonsuns und in Kaziranga kam heute der erste Vormonsun-Regen vom Himmel.

Solche Regenfälle erfahren im Vergleich zum ganz normalen Monsunregen eine ungleich höhere Wertschätzung. Denn genau wie beispielsweise beim 13. Monatsgehalt hat man nicht sehr lange Freude daran. Denn ob es nun unverhofft eintreffende Geldbeträge oder Regenfälle sind, sie halten letztendlich nicht sehr lange vor.

Und genau deshalb genießen alle im Rettungszentrum den plötzlichen Wetterumschwung umso mehr. Die Elefanten spielen im Schlamm; die Nashörner fressen das in die Höhe sprießende Gras, eine Schar Enten spielt im Teich Verstecken. Der Wolkenbruch spült den Staub vom Blattwerk und lässt es wieder saftig grün aussehen. Das erfreut die Kappenlanguren, die sich mit Blättern und frischen Beeren ein Festmahl gönnen.

Mit dem plötzlichen Eintreffen des Regens herrschte in ganz Kaziranga und natürlich auch im IFAW-Zentrum für Wildtier-Rehabilitation eine festliche Atmosphäre.  Jede einzelne Tierart im Zentrum wurde verspielter und lebhafter. Am glücklichsten schien der Regen die kleinen Elefanten zu machen. Sie hatten unglaublich viel Spaß dabei, im Regen herumzutoben.

„Dev und Rani spielten im Schlamm, Nunai stand daneben und schaute zu“, berichtete Pfleger Badreshwar Das. „Nunai bewegt sich sehr vorsichtig”, fügte er hinzu.

„Nunais Wunden sind mittlerweile völlig verheilt und sie entwickelt sich gerade zu einem besonnenen Elefanten, genau das Gegenteil von Dev und Rani, die die ganze Zeit Unfug im Kopf haben“, erklärt Dr. Abhijit Bhawal, der das Kalb mit viel Fürsorge gesund gepflegt hat.

Nunai ist der kleinste Elefant von allen und wird manchmal von Dev und Rani gehänselt. Normalerweise folgt sie der Herde still und leise und ist sehr menschenscheu. Wenn sie allerdings Hunger hat, dann rastet sie plötzlich aus, bis sie ihre Mahlzeit bekommt. Sie trompetet laut und anhaltend bis das Futter kommt. Nachdem sie ihre Milch weggeputzt hat, beruhigt sie sich und ist wieder ganz unauffällig.

Nunai verbringt die Nächte zusammen mit Dev und Rani im Gehege. Jeden Morgen gehen die Pfleger mit ihnen im Wald spazieren.

Ich weiß nicht, was morgen passieren wird. Ich hoffe, dass es wieder regnet und ich einen weiteren ausgelassenen Tag mit den kleinen Elefanten verbringen kann.

--SB

Unterstützen Sie den IFAW beim Schutz der Elefanten und unterschreiben Sie jetzt unsere Petition „Nein zum Elfenbein“.

Kommentare: 1

 
Gast
1 Jahr ago

Ich verabscheue das grausame Abschlachten der Elefanten wegen des Elfenbeins

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