Bericht aus Bali: Hilfe für Hunde an Ort und Stelle

Janice Girardi von der vom IFAW unterstützten Organisation Bali Animal Welfare Association (BAWA) berichtet von  ihrer Arbeit für die Straßenhunde von Bali.

In den ersten Minuten war sie sehr ängstlich, doch dann beruhigte sie sich auch ganz schnell.„Es war Donnerstag, ein Tag nach Galungan, und es schien, als streunten mehr kranke und verstoßene Tiere als gewöhnlich durch die Straßen. Galungan ist ein balinesischer Feiertag und alle Menschen haben dann drei Tage frei. Die freien Tage bedeuteten allerdings auch, dass viele Hunde zurückgelassen werden, wenn die Leute ihr Zuhause verlassen, um zu feiern.

Jeden Morgen und jeden Abend füttert BAWA hungrige Straßenhunde, aber als wir am Tag nach Galungan bei ihnen ankamen, waren sie schon völlig ausgehungert. Die Hunde mit Demodikose, die wir auf der Straße behandelt hatten (indem wir die Medizin in ihr Futter mischen), waren in einem weitaus schlechteren Zustand als beim letzten Mal vor ein oder zwei Wochen. Ich vermutete, dass das so war, weil sie seit einigen Tagen nichts mehr zu Fressen bekommen hatten, schwächer geworden und dadurch auch anfälliger für die Milben waren, die die Räude auslösen.

Ich fuhr gerade am Pejeng-Markt vorbei, als ich einen kleinen, vielleicht drei Monate alten Welpen erblickte. Ich fuhr sofort an den Rand und sah mir an, was man tun könnte. Als ich das Tier aus der Nähe betrachtete, sah ich, dass es in einem sehr schlechten Zustand war, blutende und schorfige Haut und Räude hatte. Die kleine Hündin hatte kein Fell im Gesicht und kratzte sich permanent. Sie lebte allein unter einem Gehsteig in einer Abflussrinne.

Ich will mir gar nicht vorstellen, was mit diesem armen Welpen passiert wäre, wenn es geregnet, die Rinne sich mit Wasser gefüllt hätte und ihr „Zuhause“ überschwemmt worden wäre. Ich versuchte ca. 30 Minuten lang, sie mit Futter herauszulocken, während ich versuchte, die anderen Hunde auf Abstand zu halten. Doch das Locken half nicht, also rief ich Hilfe von zu Hause. Eine Stunde später fingen wir den armen Welpen mit einem Handtuch ein. In den ersten Minuten war sie sehr ängstlich, doch dann beruhigte sie sich auch ganz schnell. Die kleine Hündin war offensichtlich sehr krank, also brachte ich sie ins Büro, von wo sie dann später von unseren Mitarbeitern in die BAWA-Klinik gebracht wurde.

Zwischen der Fütterung und dem Welpen, entdeckte ich auch noch fünf ausgewachsene Hunde, die sehr stark unter Demodikose und Räude litten. Ich schaffte es, sie alle mit Medizin zu versorgen, gab ihnen Tabletten, die sie von innen von den Parasiten befreien werden.

In Bali kann so etwas Einfaches wie eine Wurmkur so manchem Straßenhund das Leben retten. Ohne die Behandlung werden ihre Körper immer weiter von Parasiten befallen, die sie daran hindern, die wenigen Nährstoffe aufzunehmen, die sie über das erbettelte Futter bekommen können. BAWA füttert Straßenhunde regelmäßig, nicht nur, damit sie ihre leeren Bäuche füllen können, sondern auch, weil es eine praktische Methode ist, Hunde gegen innere und äußere Parasiten zu behandeln, unter denen sie andernfalls sehr stark leiden würden.“ 

--JG

Manchmal müssen Hunde wie der kleine Welpe vom Pejeng-Markt in die BAWA-Klinik gebracht werden, weil dies der einzige Weg ist, die Tiere angemessen medizinisch zu versorgen und ihnen die Chance auf ein neues Zuhause zu geben. Da es jedoch auf Bali Hunderttausende von Straßenhunden gibt und es unmöglich wäre, sie alle in einer Klinik aufzunehmen, tut BAWA alles dafür, den Hunden direkt an Ort und Stelle zu helfen.

-- HL

Kommentare: 1

 
Gast
3 Jahre ago

Danke.Thank you!Ihre Arbeit ist unerlaesslich!Ich habe selbst zwei Hunde aus Bali mitgenommen ,die mein Leben geworden sind.Es geht sehr einfach,wenn man nur will,und fuer diese beiden Hunde macht es einen Unterschied - vor allem aber haben sie mir mehr gegeben als ich verdiene,mir gedacht haette,je von einem Wesen zu bekommen,Das einzige,das sie wollen,ist,dass man sich freut und guecklich ist.Dann sind s i e es.Bali Hunde sind etwas g a n z S p e z i e l l e s.Niemals habe ich tollere Hunde getroffen oder erlebt,und ich liebe j e d e n Hund:Aber die Hunde aus Bali sind zaertlich und wild,eigenwillig und anschmiegsam wenn sie es wollen,man kann ihnen Unterordnung nicht antrainieren,es waere ein Verbrechen,ihren Charakter zu brechen statt von ihnen zu lernen,nobel zu sein.
Ich bewundere und beneide Sie ,denn ich habe ein Tierrettungszentrum hier in Mexiko angesammelt.Das Schicksal hat es so bestimmt.Aber neben mir liegen meine beiden Hunde aus Bali.Sie werden mich begleiten bis zum Schluss.In Mexiko sagt man,wenn ein Mensch stirbt,und er war gut zu den Tieren,dann wartet ein Hund auf ihn,und hilft ihm,den grossen Fluss in die Ewigkeit zu ueberqueren.Ich hoffe nur,dass meine beiden Bali Hunde mich eines Tages dort erwarten.Ich will ihnen den Schmerz ersparen,den ich haben werde,wenn sie uns vorausgehen,denn eigentlich wuerde ich es vorziehen,s i e dort zu erwarten.Aber irgendwann im Leben muss man mehr als tapfer sein,treu wie ein Hund und mehr lieben als jemals,Von ihnen gelernt,und als Reminiszenz an sie ! Ich l i e b e sie!ich bin allen Menschen so dankbar,die helfen,erkennen und nicht nur geruehrt einige Momente mit sich selbst verbringen,sondern Geld schicken oder an Ort und Stelle einen Hund mitnehmen oder Ihnen helfen zu helfen!Danke an alle,die das tun!

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Experten

Alexa Kessler, Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Cora Bailey
Director, Community Led Animal Welfare (CLAW)
Cynthia Milburn, Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Hanna Lentz, Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Kate Nattrass Atema, Programmdirektorin Haustiere
Programmdirektorin Haustiere
Nancy Barr, Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Shannon Walajtys
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe