Herdenschutz: Hunde im Schafspelz

Bereits seit Jahrhunderten werden Hunde zum Schutz von Viehherden vor Beutegreifern genutzt. Hierzu wurden in Europa spezifische Hunderassen gezüchtet, zum Beispiel der Tatra Herdenschutzhund, der rumänische Karpaten-Herdenschutzhund sowie der Berner Sennenhund. Diese Hunde haben angeborene Eigenschaften, die zusätzlich während ihrer Ausbildung gefördert werden.

Das wichtigste Ziel dabei ist, dass der Welpe die Gruppe der Nutztiere vollständig als seine Familienmitglieder akzeptiert. Ein gut erzogener Herdenschutzhund ist gegenüber den Nutztieren nicht aggressiv. Ganz im Gegenteil – er fühlt sich extrem mit der Herde verbunden. Durch Menschen oder andere Hunde lässt er sich nicht ablenken. Er ist wachsam und reagiert mit kräftigem Bellen auf jedes Erscheinen von fremden Menschen oder Beutegreifern, um so die Hirten zu alarmieren. Auf diese Weise vertreiben sie ungebetene Gäste und schützen ihre Herde. Die Fellfarbe von Herdenschutzhunden spielt bei ihrer Schutzaufgabe auch eine entschiedene Rolle. Indem die Fellfarben von Hunden und ihren Schützlingen sehr ähnlich sind, sind sie äußerlich so gut angepasst, dass dies die angreifenden Wölfe zusätzlich irritiert.

Pro 300 Nutztiere sollten drei oder vier Hunde eingesetzt werden.