Was bringen Sie denn mit?

Jahr für Jahr sterben auf der Erde immer mehr Tier- und Pflanzenarten in einer bisher nie da gewesenen Geschwindigkeit aus. Wissenschaftler gehen von davon aus, dass es ein sechstes Massensterben geben wird.

Zwar gab es bereits auch in der Vergangenheit Artensterben mit großen Ausmaßen. Diese wurden jedoch durch natürliche Ereignisse wie Meteoriteneinschläge oder die Verschiebung der Kontinente ausgelöst. Verantwortlich für das derzeitige katastrophale Artensterben ist der Mensch. Durch ihn verändern sich immer mehr Lebensräume und werden vielfach ganz zerstört. Fremde Arten werden eingeschleppt und gefährden die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Ebenso sind Umweltverschmutzung und Überfischung an der Ausrottung von Tierarten schuld.
 
Handel mit Wildtieren beschleunigt das Artensterben zusätzlich
Viele Tierarten werden wegen ihres Fleisches, für traditionelle Asiatische Medizin sowie für den Handel mit Kuriositäten und Reisesouvenirs gejagt. Vieles von dem  ist illegal. Das wahre Ausmaß des Wildtierhandels ist kaum abzuschätzen. Die Menge der beschlagnahmten illegalen Produkte lässt aber einen Umsatz in Milliardenhöhe vermuten. Die beschlagnahmten Wildtierprodukte stellen nur die Spitze des Eisbergs dar.
 
Tourismus als Antrieb für Wilderei?
Der internationale Tourismus ist einer der Industriezweige mit den schnellsten Wachstumsraten weltweit. Verantwortungsbewusster Ökotourismus kann den Kommunen und Wildtieren Vorteile einbringen. Allerdings ist der wachsende Tourismus auch ein Antrieb für den illegalen Wildtierhandel. Für organisierte kriminelle Banden bedeutet dieses ein lukratives Geschäft.  Denn Touristen, die tierische Reisesouvenirs aus ihrem Urlaub im Ausland mitbringen, erhöhen die Nachfrage und fördern somit massiv die Wilderei auf Wildtiere.
 
Jahr für Jahr beschlagnahmen deutsche Zollbehörden Tausende von Souvenirs, die aus geschützten Tieren beziehungsweise aus deren Produkte hergestellt wurden. Sie fallen unter das Washingtoner Artenschutzabkommen (engl. CITES = Convention on International Trade in Endangered Species of Fauna and Flora). 
 
 
Unwissenheit mit schlimmen Folgen
Vielen Touristen ist nicht bewusst, dass derartige Souvenirs aus illegalen Tierhandelgeschäften stammen. Sie werden meist scheinbar legal in Feriengebieten, an Flughäfen, in Souvenirläden und auf Märkten angeboten. Viele Menschen sind nicht darüber informiert, dass es sich dabei um Produkte aus geschützten oder bedrohten Tieren handelt. Selbst viele legale Produkte erfordern spezielle Import- und Exportgenehmigungen. Wenn dann der Zoll illegal eingeführte Souvenirs beschlagnahmt, droht in der Regel ein Bußgeld und in besonders schweren Fällen sogar eine Haftstrafe.
 
Viele Menschen nennen als Hauptkriterium für die Auswahl ihres Reiseziels die Schönheit der Natur und der wildlebenden Tiere. Jedoch machen sich leider die wenigstens darüber Gedanken, dass beim Kauf von Elfenbeinprodukten, Muscheln oder Korallen eben diese Natur und Tiere durch ihr Handeln bedroht und zerstört werden.

Ihr Kauf entscheidet!
Kein Tier als Urlaubs-Souvenir!