Was ist die Internationale Walfangkommission (IWC)?

Die Internationale Walfangkommission (IWC) ist das weltweit operierende Gremium, das für das Management des Walfangs und den Schutz der Wale verantwortlich ist. Wer steht hinter der IWC und wie arbeitet sie?

Mitglieder und Vorsitzende
Jede Nation, die das Internationale Übereinkommen zur Regelung des Walfangs unterzeichnet, kann Mitglied der IWC werden. Jeder Mitgliedsstaat, von denen es zurzeit 89 gibt, ernennt einen Repräsentanten, der oft durch verschiedene Experten und Berater unterstützt wird. Diese Repräsentanten wählen aus ihren Reihen einen Vorsitzenden und einen stellvertretenden Vorsitzenden, deren Amtszeit in der Regel auf drei Jahre befristet ist.

Abstimmung
Jedes Mitglied der IWC (das seinen Beitrag gezahlt hat) besitzt eine Stimme – unabhängig von der Größe des Landes, seiner Wirtschaftskraft oder davon, ob sie sich am Walfang beteiligt.

Nicht bindende Entschließungen über Angelegenheiten, die Wale und den Walfang betreffen, können mit einfacher Mehrheit durch Stimmabgabe mit „Ja” oder „Nein” angenommen werden. Bindende Entschließungen (wie beispielsweise über die Aufhebung des gegenwärtig noch geltenden Walfang-Moratoriums oder die Einrichtung eines neuen Schutzgebiets) benötigen eine Dreiviertelmehrheit.

Stimmenkauf

Um Einfluss auf wichtige Entscheidungen zu nehmen, kauft Japan Stimmen und die Unterstützung verschiedener Länder. Durch dieses so genannte „Programm zur Konsolidierung des Abstimmungsverhaltens” versucht Japan, einen Walfängerblock zu bilden, der groß genug ist, um einfache Mehrheitsentscheidungen bei künftigen IWC-Konferenzen zu kontrollieren. So wird auch verständlich, warum Länder ohne Meereszugang wie die Mongolei der IWC beitreten und stets in Übereinstimmung mit Japan votieren. Der Walfängerblock hat bereits verschiedene Entschließungen verhindert, die zur Einrichtung zusätzlicher Walschutzgebiete im Südpazifik und Südatlantik geführt hätten.

Bei der IWC-Jahrestagung 2011 wurde ein Vorschlag zur Eindämmung der Korruption angenommen, der die Entrichtung von Mitgliedsbeiträgen in bar verbietet und für mehr Transparenz innerhalb der Walfangkommission sorgen soll.