Der IFAW arbeitet darauf hin, dass Wale auf dieser Erde gesehen werden, ohne dass man sie verletzt. Immer mehr Menschen erleben, wie aufregend es ist, Wale und Delfine in freier Wildbahn zu beobachten. In vielen Küstenregionen rund um den Globus erweist sich Whale Watching als schnell wachsender Wirtschaftszweig. Dies trägt dazu bei, dass die Menschen Wale und ihren Lebensraum schützen und es hilft Entwicklungsländern und schafft Arbeitsplätze.

Schätzungen zufolge werden mit Whale Watching jährlich rund zwei Milliarden Dollar eingenommen. Jährlich nehmen 13 Millionen Menschen in 119 Ländern an Whalewatching-Touren teil. Walbeobachtung ist eine "Nutzung" von Walen, die wesentlich mehr Geld einbringt als der Walfang und sie ist wirklich nachhaltig. Dies gilt insbesondere für die noch verbliebenen Walfangnationen.

Der IFAW setzt sich seit 1980 für verantwortungsvolle Walbeobachtung ein und befasst sich viel mit den technischen Aspekten rund um dieses Thema. Wir arbeiten in vielen Ländern wie beispielsweise Japan, Island und Norwegen daran, dass Walbeobachtung behutsam durchgeführt wird, dass der Lerneffekt maximiert wird und zudem entsprechende Forschungsarbeit stattfindet. Auch dank der Bemühungen des IFAW nimmt die Internationale Walfangkommission seit einigen Jahren Whale-Watching sehr ernst und untersucht, welche Möglichkeiten Walbeobachtung in Bezug auf Forschung, Wirtschaft und Schutz von Lebensräumen bietet.

In über 26 Ländern hat sich der IFAW mit Gemeinden zusammengetan und arbeitet mit Behörden, lokalen Whale-Watching-Anbietern, Forschern und der Öffentlichkeit daran, verantwortungsbewusste Walbeobachtung zu fördern. Die Bemühungen umfassen Forschungsarbeit und Praktika, Studien zu sozio-politischen, wirtschaftlichen, bildungspolitischen, rechtlichen und verwaltungstechnischen Auswirkungen sowie Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für Betreiber und Tourguides, Bildungsprogramme, die Entwicklung von Richtlinien und Vorschriften zum Whale Watching und die Schaffung regionaler und landesweiter Walschutzzonen. Im Laufe der Jahre hat der IFAW an unterschiedlichen Orten ein gutes Dutzend Whale-Watching-Workshops zu verschiedenen Aspekten dieses Themas durchgeführt. In Machbarkeitsstudien wurde in den Walfangnationen Island, Norwegen und Japan geprüft, welche Wachstumsmöglichkeiten der Ansatz Gemeinden bieten kann.

Seit den 1990er-Jahren nimmt der IFAW an regionalen Whale-Watching-Konferenzen teil. 2004 und 2010 organisierte der IFAW international besetzte Tagungen in Japan. Nach dem schweren Erdbeben und dem Tsunami von 2011 unterstützte der IFAW einzelne, direkt vom Tsunami betroffene Whale-Watching-Anbieter mit Kapital und anderen Maßnahmen dabei, weitere Betreiber im Rest des Landes mit kleinen Darlehen beim Ausbau des Whale Watchings zu helfen. Diese Bemühungen haben gefruchtet, Japans Anbieter von Wal- und Delfinbeobachtungen arbeiten heute enger zusammen. Diese Interessengruppe spricht sich immer häufiger für eine positive, alternative "Nutzung" der Wale aus – eine Möglichkeit, Küstengemeinden in ganz Japan einen spürbaren wirtschaftlichen Nutzen zu verschaffen.

In Island hat der IFAW vielfach Hilfestellung bei Bemühungen um verantwortungsvolle Walbeobachtung geleistet. Der IFAW hat mehrere Studien finanziert, die wirtschaftliche Kosten des Walfangs untersuchten. Mehrfach wurde in den Sommermonaten auch unser Forschungsschiff, die Song of the Whale, nach Island entsandt, zuletzt 2012. Dort wurde mit akustischen Geräten und Erkennungssoftware anhand von lebenden Walen untersucht, welche Folgen Whale Watching auf die Tiere haben kann.

Seit 2010 führt der IFAW in Island die Kampagne “Meet Us Don't Eat Us” durch. Ziel ist es, ausländische Besucher davon abzubringen, Walfleisch zu probieren. Der isländischen Regierung wurden als Ergebnis einer Unterschriftenaktion fast 33.000 Postkarten übergeben, auf denen Besucher und Einheimische versprachen, kein Walfleisch zu essen. Viele isländische Restaurants haben sich inzwischen dem Projekt angeschlossen. In Brüssel arbeitet der IFAW daran, dass die EU ihrer Haltung treu bleibt, Island nicht in die EU aufzunehmen, solange das Land Walfang betreibt.

Insgesamt haben diese Bemühungen dazu geführt, dass in Island walfreundliche Tourismusanbieter heranwachsen, die sich gegen die Walfangindustrie stellen und sich für die Belange der Tiere stark machen. Diese Stimme aus Island selbst ist wichtig, wenn es darum geht, Gedanken und Herzen der Isländer und der Entscheidungsträger zu erobern. Der IFAW arbeitet daran, dieses Modell auf Norwegen zu übertragen. Die in Island erzielten Erfolge und die dort geknüpften Beziehungen sollen bei den Anstrengungen helfen.

Jetzt spenden

Unsere Arbeit braucht Ihre Unterstützung. Helfen Sie den Tieren mit einer Spende.