Gemeinsame Arbeit gegen Lärmverschmutzung

Die von Menschen verursachte Verlärmung der Meere — durch Schiffspropeller, Unterwasserbohrungen, Sonar und andere Aktivitäten — beeinträchtigt Wale und andere Meeressäuger auf der ganzen Welt. Lärm kann bei diesen Tieren zu Verhaltensänderungen, zu schweren Verletzungen und sogar zum Tod führen.

Der IFAW arbeitet unter anderem durch folgende Initiativen weltweit für eine Regulierung der Lärmverschmutzung in den Meeren:

  • Wir arbeiten für eine internationale Kooperation zur Regulierung und Reduzierung der Lärmverschmutzung.
  • Förderung eines Vorsorgeprinzips zur Eindämmung der Lärmentwicklung unter Wasser, das strikte Grenzwerte für extreme Geräuschpegel vorsieht, wie sie unter anderem bei der Ölexploration und Versuchen mit militärisch genutzten Sonaranlagen entstehen.
  • Aktionen zur Lösung bereits bestehender Probleme und für den effektiven Schutz von Tierarten, die durch Unterwasserlärm besonders stark gefährdet sind.

Die US-Marine im Boot
Gemeinsam mit dem Natural Resource Defense Council (NRDC), der Ocean Futures Society und anderen Tierschutzorganisationen haben wir uns mit der US-Marine zusammengesetzt, um risikoarme Gebiete für militärische Sonartests und Sicherheitszonen um Sendeschiffe herum festzulegen. Diese Maßnahmen würden die Gefährdung aller Wale durch Sonartests deutlich reduzieren und vor allem die extrem lärmempfindlichen Schnabelwale entlasten.

Für internationale Lärmschutzvorschriften
Die IFAW-Büros in Europa setzen sich für die Einstufung von Unterwasserlärm als umweltschädlich ein. Durch die Zusammenarbeit mit internationalen und regionalen Initiativen und Organisationen – auch im Rahmen des Abkommens zur Erhaltung von Walen und Delfinen im Mittelmeer und im Schwarzen Meer – baut der IFAW ein globales Netzwerk auf, das Lärmverschmutzung als Problem thematisiert und Lösungen erarbeitet.

Europa reguliert militärisches Sonar
Im Oktober 2004 fasste das Europäische Parlament einen Beschluss zur Regulierung der Umwelteinflüsse durch hochleistungsfähige aktive Unterwassersonare. Wenige Wochen nach diesem Beschluss verabschiedeten Delegierte aus 16 Ländern eine Resolution, die vom Menschen verursachten Unterwasserlärm als gefährlich und umweltschädlich einzustufen, da er Wale und andere Meeresbewohner stören, verletzen und sogar töten kann.

Die aktuellen Umweltgesetze der EU sehen keine spezifischen Maßnahmen gegen die Lärmverschmutzung der Meere vor. Dennoch sind die EU-Mitgliedsstaaten nach dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen,  der EU-Habitatrichtlinie und dem Vorsorgeprinzip ganz klar dazu verpflichtet, Meereslebewesen vor Störungen und Verschmutzung durch Energiequellen zu schützen. Deshalb erklärten sich die Verantwortlichen für die marine Strategie der EU damit einverstanden, die Lärmverschmutzung der Meere in den kommenden Vorschlag der Europäischen Kommission für eine Strategie zum Schutz und zur Erhaltung der Meeresumwelt aufzunehmen.