Die Wahrheit über den „wissenschaftlichen” Walfang

Zur Umgehung des weltweiten Moratoriums für kommerziellen Walfang nutzt Japan eine „Sondergenehmigung für wissenschaftlichen Walfang”, die bereits in der ersten Fassung des Internationalen Übereinkommens zur Regelung des Walfangs von 1946 vorgesehen ist. Auch Norwegen und Island nutzen dieses Schlupfloch, um das Walfangverbot zu umgehen. Verwertbare wissenschaftliche Erkenntnisse werden dabei natürlich nicht gesammelt, da das vorgebliche Forschungsinteresse ja nur ein Deckmantel für kommerziellen Walfang ist. Die Fangquoten werden übrigens von den Ländern selbst festgelegt, nicht von der Walfangkommission.

  • Die Sondergenehmigung schreibt vor, dass das Walfleisch so weit wie möglich zu verwerten ist, also verkauft oder verschenkt werden muss. Damit ist diese Genehmigung so gut wie eine Lizenz für den Verkauf von Walfleisch.
  • Die Sondergenehmigungen werden von den Vertragsregierungen selbst erteilt. Anders gesagt: Japan kann sich die Genehmigungen selbst erteilen, ohne Erklärungsbedarf oder externe Prüfung.
  • Dass Wale im Namen der Wissenschaft nur von solchen Nationen getötet werden, die auch ein starkes Interesse an der Schaffung von Märkten für Walfleisch haben, ist kein Zufall. Japan hat unter diesem Vorwand allein 2009 viele hundert Wale harpuniert.
  • Plump vorgeschobene Forschungsinteressen dürfen nicht länger als Rechtfertigung für die Massentötung von Walen herhalten.

Alternativen zum wissenschaftlichen Walfang
DNS-Analysen und GPS-gestützte Überwachungsverfahren gehören heute zum wissenschaftlichen Alltag, und kein Wissenschaftler muss einen Wal töten, um ihn zu erforschen. Proben können aus alter Haut, Speck und Fäkalien entnommen werden. Auch der Blas, den die Wale nach dem Auftauchen ausstoßen, kann wichtige Hinweise liefern – beispielsweise auf Krankheitserreger.

Die Wissenschaftler auf dem IFAW-Forschungssegler Song of the Whale haben verschiedene Verfahren und Techniken für die schonende Erforschung von Walen entwickelt.

Daten über die Bestände einzelner Walarten und die Entwicklung dieser Bestände können nur zuverlässig erhoben werden mit Hilfe von Sichtungen und anderen schonenden Techniken wie akustischen Untersuchungen und der Fotoidentifikation einzelner Tiere.