Wolfsmonitoring

Unter Monitoring versteht man die regelmäßige, systematische wissenschaftlichen Beobachtung von Wölfen nach vorgegebenen Methoden und Kriterien. Die Untersuchung von Wolfsspuren und –losung liefert dabei indirekte Hinweise auf die Präsenz von Wölfen in der Region. Außerdem werden selbstauslösende Fotokameras, sogenannte „Fotofallen“ an Orten platziert, an denen sich vermutlich Wölfe aufhalten. Die Kameras sind mit einem Infrarotsensor ausgestattet, der auf Bewegungen im Sichtfeld der Kamera reagiert und ein Foto auslöst. Anhand der Aufnahmen sowie durch genetische Untersuchungen der Losung können einzelne Individuen bestimmt werden.

Die Besenderung einzelner Tiere gibt Aufschluss über das Wanderverhalten von Wölfen. Zu diesem Zweck wird dem zuvor gefangenen und betäubten Tier ein Sender angelegt, der regelmäßig Daten zum Aufenthaltsort des Tieres an einen Empfänger überträgt. Aus den Daten können dann Informationen über die zurückgelegte Strecke eines wandernden Wolfes oder über die Größe und Nutzung des Territoriums eines niedergelassenen Wolfes gewonnen werden.

Projekt „Wanderwolf“ in Sachsen

Um die räumlichen Ausbreitung sowie das Abwanderungsverhalten der Wölfe in Sachsen zu untersuchen, hat der IFAW zusammen mit der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. (GzSdW), dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) und dem World Wide Fund For Nature Deutschland (WWF) das Projekt „Wanderwolf“ ins Leben gerufen. In Kooperation mit dem sächsischen Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) soll im Rahmen dieses Projektes das Verhalten der Wölfe über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren dokumentiert werden.

Dazu werden jährlich zwei bis fünf Wölfe mit einem Halsbandsender ausgestattet, der regelmäßig Informationen über den Aufenthaltsort des jeweiligen Wolfes übermittelt. Die Besenderung sowie die Erfassung und Auswertung der Daten übernimmt das Wildbiologische Büro LUPUS, welches schon in den Jahren 2009 bis 2011 eine Pilotstudie im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) durchgeführt hat.

Diese Pilotstudie des BfN lieferte auf der Grundlage von Daten, die von sechs besenderten Wölfen erhoben wurden, wichtige Erkenntnisse sowohl über die räumliche Verteilung der Rudel im Jahresverlauf als auch zum Bewegungsmuster der Wölfe in Deutschland.

So konnte nachgewiesen werden, dass einer der männlichen Wölfe innerhalb von 47 Tagen eine Strecke von 1500 km bis nach Weißrussland zurückgelegt hatte, wo sich leider seine Spur verlor.

Um die Forschungsergebnisse zu untermauern und zu erweitern, sind jedoch größere Datenmengen erforderlich. Das Projekt „Wanderwolf“ wird hier wichtige neue Erkenntnisse liefern. Bisher wurde im Rahmen des Projektes eine einjährige Wölfin (Jährlingsfähe) aus dem sächsischen Wolfsgebiet mit einem Halsbandsender ausgestattet.