Wolfsjagd bald auch in Deutschland?

Eine systematische Bejagung von Wölfen erfolgte in Deutschland seit ungefähr 1650. Der „letzte frei lebende Wolf Deutschlands“ soll im Jahre 1904 südlich von Neustadt/Spree (Sachsen) erlegt worden sein. Einzelne Wölfe, die in späteren Jahrzehnten immer wieder aus Polen einwanderten, wurden ebenfalls gejagt und getötet. Erst seit 1990 stehen Wölfe in ganz Deutschland unter strengem Schutz und erst nach und nach besiedeln sie ihre alten Verbreitungsgebiete wieder.

Die Debatte, ob Wölfe gejagt werden sollten oder nicht, wird seit Jahren kontrovers geführt. Fakt ist: Die Populationsgröße ist in Deutschland noch viel zu gering, um derartige Überlegungen anzustellen. Die EU legte für alle durch die FFH-Richtlinie geschützten Arten die Anzahl von 1000 Tieren als Mindestpopulationsgröße für „einen guten Erhaltungszustand“ fest; diese Zahl ist für die deutsch-westpolnische Subpopulation noch lange nicht erreicht. Die Entwicklung der Wolfspopulation und die Auswirkungen, die diese Entwicklung auf die Wildbestände in Deutschland haben wird, müssen in den nächsten Jahren weiterhin wissenschaftlich fundiert untersucht werden. Erst dann kann fachlich sinnvoll darüber diskutiert werden, ob die Wolfsbestände vom Menschen reguliert werden könnten.