Wolfsexpertin Sabina Nowak

Wolfsexpertin Sabina Nowak

Der IFAW arbeitet in Polen mit Sabina Nowak  zusammen. Seit ihrer Promotion beschäftigt sich die Biologin mit der Ökologie der Wölfe und ist seit 1989 und bis heute Mitbegründerin und engagiertes Mitglied in vielen verschiedenen Umweltorganisationen. Sabina Nowak hat bereits zahlreiche Bücher und Artikel über Wölfe veröffentlicht und hält Vorträge an Schulen und Universitäten. Sie ist außerdem Vorsitzende von Association for Nature „Wolf “, einer polnischen Non-Profit-Organisation zum Schutz der Wölfe.

Seit 2001 beobachtet Sabina Nowak die Rückkehr der Wölfe in Westpolen und führt Studien über die Ernährungsweise und Populationsdynamik der Wölfe durch. Im Auftrag des IFAW hat sie bereits 2001 einen Statusbericht zur Situation der Wölfe in Polen angefertigt. Es zeigte sich, dass viele Wolfspopulationen unbemerkt von der Bevölkerung leben. Dies macht sie besonders gefährdet, von Wilderern erschossen zu werden. Dieser Gefahr ist damals wahrscheinlich auch eine Wolfspopulation von 30 Tieren in der Nähe von Pucza Nortecka zum Opfer gefallen. Erfreulicherweise wurden aber auch neue, vorher unbekannte Wolfsrudel entdeckt. Die Wolfsexpertin verwendet hierzu unter anderem die "Heul Methode", bei der sie durch das Nachahmen von Wolfsheulen vortäuscht, ein Wolf zu sein. Diese Methode ist besonders effektiv im Spätsommer, da sich dann die Wolfsjungen außerhalb ihres Baus aufhalten. Jungtiere reagieren viel eher auf Imitationen des Menschen als erfahrene Wölfe. 

In den letzten Jahren nutzt Sabina Nowak auch genetische Untersuchungsmethoden bei der Beobachtung der Wölfe. Damit kann die genetische Vielfalt der Wolfspopulation festgestellt und beurteilt werden. Sie analysiert außerdem die Auswirkungen von Straßenbauprojekten auf bestimmte Naturschutzgebiete und gibt Empfehlungen, wie der negative Einfluss auf die Wildtiere und Pflanzen minimiert werden kann. Diese Analyse dient dazu, die Stellen ausfindig zu machen, an denen Wildbrücken platziert werden sollten. Schon bestehende Wildbrücken beurteilt sie nach ihrem Nutzen.

Sabina Nowak setzt sich besonders dafür ein, Methoden zum Schutz von Nutztieren vor Wolfsangriffen zu entwickeln und in der Bevölkerung zu verbreiten. Dazu hat sie ein Handbuch geschrieben.

Beruflicher Werdegang:

2012: molekulargenetische Populationsanalysen, Akademie der Wissenschaft, Warschau

2009: Training in „Analyse der Reviergröße“, Akademie der Wissenschaft, Bialowieza, Polen

2007: Summer School mit Schwerpunkt Ökologie und Biodiversität, Institut für Säugetierforschung,  Akademie der Wissenschaft, Bialowieza, Polen

2006: Einführung genetischer Analysen bei ökologischen Studien, zoologisches Institut, Akademie der Wissenschaft, Warschau, Polen

2003: Ph.D. in Biologie über die Populationsdynamik, Ökologie und die Probleme im Wolfsschutz in den Schlesischen Beskiden

2001 - 2004: Leiterin und Co-Autorin der nationalen Wolf- und Luchszählungen in Polen.

1994 - 1996: Koordinatorin und Verhandlungsführerin der Kampagne „Rettet den Bialowieza Urwald“. Die Kampagne hatte das Ziel, den Nationalpark und das polnische Gebiet des Bialowieza-Waldes zu vergrößern.

1993 - 1998: Koordinatorin der Kampagne „Für den vollen Schutz der großen Raubtiere, Wolf und Luchs“ in Polen.

1983: Master of Science in Biologie, Silesian University, Katowice, Polen

Arbeitsschwerpunkte:

Dr. Sabina Nowak verfügt über eine große Erfahrung in pädagogischer und wissenschaftlicher Feldarbeit, sowie in der Verhandlungskunst mit Behörden.

  • seit 1993 Kooperation mit polnischen Wissenschaftlern, deren     Spezialgebiet große Fleischfresser sind.
  • Entwicklung und Einführung von Methoden, die die Viehbestände der      Landwirte in den westlichen Beskiden gegen Wolfsattacken schützen.
  • Forderung Wildbrücken für große Säugetiere in Polen einzurichten
  • Überwachung und Erstellung eines Bestandsverzeichnisses der Wolfs-   und Luchspopulation in Polen.
  • Vermitteln und Aufklärungsarbeit bei Mensch-Wolf-Konflikten
  • Studium der großen und kleinen Raubtiere in den Westkarpaten.

Veröffentlichungen (Auswahl):

  • Wolf Management in Polen und Deutschland – Empfehlungen für  zukünftige grenzübergreifende Zusammenarbeit (unterstützt durch das Wildbiologische Büro LUPUS und das BmU) (2012)
  • Ernährung und Beuteauswahl des Wolfes (2011)
  • Tiere und Straßen – Methoden zur Vermeidung negativer Auswirkung von          Autostraßen auf wilde Tierpopulationen (2009)
  • Handbuch zum Schutz von Nutztieren vor Wolfsangriffen (2006)   
  • Bericht – Wolfs- und Luchszählungen in polnischen Wäldern und   Nationalparks (2001)
  • Auf der Wolfsfährte (2000)
  • Gebrauchsanweisung für Viehbesitzer – Methoden für Viehschutz gegen            Wolfattacken (1999)
  • Nationale Strategie für Wolfsschutz und Management (1998)