Wölfe und Tollwut

Tollwut ist eine Krankheit, an der alle Säugetiere und damit , auch Menschen erkranken können. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung des Nervensystems. Der Erreger ist der sogenannte Lyssavirus, der zur Familie Rhabdoviridae gehört. Die Krankheit wird meistens durch den Biss eines infizierten Tiers oder durch Kontakt mit einer offenen Wunde auf den Menschen übertragen. Hauptüberträger in freier Wildbahn sind Füchse und Marderhunde.

Deutschland gilt seit Frühjahr 2008 nach den Kriterien der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) bezüglich der terrestrischen Tollwut als tollwutfrei. Das gleiche gilt für die west-, mittel- und nordeuropäische Staaten, denn seit den 1980er Jahren ist Tollwut durch orale Impfungen (Auslegen von Impfködern) stark rückläufig. Die direkten Nachbarländer von Deutschland sind somit ebenfalls überwiegend tollwutfrei. In den osteuropäischen Staaten wird die Krankheit durch orale Impfkampagnen erfolgreich in Schach gehalten (beispielsweise im östlichen Polen).

Tollwutübertragung durch Wölfe?

Generell lässt sich sagen, dass Wölfe dieselben Krankheiten bekommen können wie Hunde – somit auch Tollwut. Jedoch gehören nach Einschätzung des Leibnitz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung Wölfe nicht zur Risikogruppe für eine Tollwutübertragung. Vielmehr kommt dem Fuchs als „Tollwutreservoir“ die Hauptbedeutung bei der Tollwutausbreitung zu.

Die Symptome, die Tollwut mit sich bringt, führen nach einer Inkubationszeit von wenigen Tagen bis hin zu mehreren Wochen oder gar Monaten zu einer extremen Verhaltensänderung des infizierten Tiers. In dicht besiedeltem Gebiet würde es schnell Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die Tötung durch einen Fachmann könnte und müsste dann schnell erfolgen. Würde sich ein Wolf in einem anderen Land infizieren, hätte der rasante Krankheitsverlauf zur Folge, dass das Tier schnell sehr schwach würde. Trotz der Fähigkeit des Wolfes weite Strecken zurückzulegen, würde ein infiziertes Tier mit großer Wahrscheinlichkeit nicht die deutsche Grenze erreichen.

Das Risiko sich durch einen Wolf mit Tollwut zu infizieren ist also äußerst gering. Alle bisher in Deutschland untersuchten Wölfe gelten als tollwutfrei. Eine größere Tollwutgefahr für den Menschen geht von illegalen Tierimporten sowie von Auslandsaufenthalten in Regionen mit Tollwut aus. Dort sind die Hauptinfektionsquellen nicht geimpfte Hunde und Katzen.