Die Verbreitung der Wölfe in Zahlen

In Polen gibt es derzeit insgesamt etwa 1.200 bis 1.300 Wölfe. Hauptverbreitungsgebiete sind zum einen der Nordosten des Landes an der Grenze zu Weißrussland einschließlich des Bialowieza-Nationalparks, wo sich etwa 50 bis 55 Rudel aufhalten. Außerdem  leben in den Karpaten im Süden Polens im Grenzgebiet zur Slowakei und der Ukraine etwa 200 bis 250 Tiere in 50 Rudeln. Hinzu kommen noch etwa 20 Rudel, die sich in den großen Nationalparks Roztocze und Polesie im Osten Polens angesiedelt haben.

Im westlichen Polen lebt ein Teil der Zentraleuropäischen Wolfspopulation, zu der auch die Wölfe in Deutschland gehören.

Im westlichen Polen,  nahe der deutsch-polnischen Grenze, führt die polnische Non-Profit-Organisation Association for Nature „Wolf“ um die Biologin Sabina Nowak regelmäßig Bestandsaufnahme durch, die unter anderem durch den IFAW finanziert werden. Die Wissenschaftler schätzten aufgrund ihrer Forschungen den Wolfsbestand im Frühjahr 2017 westlich der Weichsel auf mindestens 60 Rudel oder Wolfspaaren. Dieses Vorkommen steht in enger Verbindung mit den Wölfen im östlichen Deutschland (vor allem Brandenburg und Sachsen), die als eine Einheit zu sehen ist und als Zentraleuropäische Population bezeichnet wird. Erfreulicherweise ist der Entwicklungstrend dieser Population positiv.

Da manche Rudelterritorien sowohl in Deutschland als auch in Polen verlaufen, fordert der IFAW grenzübergreifende Monitoringmaßnahmen verstärkt zu koordinieren und durchzuführen. So können Doppelzählungen vermieden werden.

Erfolgreicher Nachwuchs

Regelmäßig überprüft die Biologin Sabina Nowak, ob die Wölfe in Westpolen Nachwuchs bekommen haben. In der Zeit von Juni bis Dezember sucht ihrTeam Spuren der Wölfe. Hilfreiche Hinweise sind dabei Pfotenabdrücke der Tiere anhand derer auch Aktivität von Jungtieren ausgemacht werden können. Weitere Zeichen von Wolfspräsenz sind Kot oder Reste von Beute. Markierungsplätze liefern zudem Anhaltspunkte dafür, dass sich die Tiere in der Region aufhalten. Eindeutige Indizien für Wolfsnachwuchs sind frische Höhlen, die dem Schutz der Jungtiere dienen. An geeigneten Standorten installierte Fotofallen können zweifelsfreie Belege liefern. Anhand dieser Maßnahmen konnten die Forscher feststellen, dass im Monitoring-Jahr 2016/17 etwa 90 Prozent der Wolfsrudel in Westpolen sich erfolgreich fortpflanzten.