Steckbrief Wolf

Taxonomie:                

                                    Klasse: Säugetiere

                                    Ordnung: Raubtiere

                                    Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)

                                    Familie: Hunde (Canidae)

                                    Gattung: Wölfe und Schakale (Canis)

                                    Art: Wolf (Canis lupus)                     

Domestikation vor 150.00 Jahren führte zu weiteren Unterarten. Die Einteilung in Unterarten ist nicht einheitlich. Schätzungen gehen von ca. 13 lebenden (9 in Europa und Asien, 4 in Nordamerika) und 3 ausgestorbenen Unterarten aus.

Europa/Asien:

  • Ägyptischer Wolf (Canis lupus lupaster)
  • Arabischer Wolf (Canis lupus arabs)
  • Europäischer/Eurasischer Grauwolf  (Canis lupus lupus)
  • Italienischer Wolf (Canis lupus italicus) -
  • Kaspischer/Kaukasischer Wolf (Canis lupus cubanensis)
  • Pallipeswolf/Indischer Wolf (Canis lupus pallipes)
  • Russischer/Sibirischer Wolf (Canis lupus communis)
  • Steppenwolf (Canis lupus campestris)
  • Tundrawolf (Canis lupus albus)

Nordamerika:

  • Polarwolf/Arktischer Wolf (Canis lupus arctos)
  • Mexikanischer Wolf (Canis lupus baileyi)
  • Timberwolf (Canis lupus lycaon)
  • Rocky Mountain Wolf/Mackenzie Valley Wolf (C.l. occidentalis)

Ausgestorben:

  • Hokkaido Wolf (Canis lupus hattai)
  • Honshu-Wolf (C.l. hodophilax)
  • Büffelwolf (Canis lupus nubilus)

Domestizierte Unterarten des Wolfes:

  • Haushund (Canis lupus familiaris) und
  • Dingo (Canis lupus dingo)

Eng verwandte Arten:

  • Kojote (Canis latrans)
  • Schakale (Canis aureus, Canis mesomelas, Canis adustus)
  • Rotwolf (C. rufus) (evtl. Hybride aus Wolf und Kojote)
  • Äthiopischer Wolf (C. simensis).

Kleinster Wolf: Arabischer Wolf (20 kg, 80 cm)

Größter Wolf: Tundra Wolf (bis zu 80 kg, bis 2 m lang)

In Deutschland heimische Unterart: Grauwolf (Canis lupus lupus)

Äußere Erscheinung des Grauwolfes:

  • kräftiger Körperbau
  • kräftiger Hals, starker Brustkorb, schlanke Bauchregion
  • Graues Fell mit dunklem Sattelfleck auf dem Rücken
  • Hell abgesetzte Schnauze
  • Buschige Rute mit schwarzer Spitze
  • Lange Beine
  • Längliche Pfoten mit dicken Krallen
  • Rutenlänge: 30-70 cm
  • Gewicht: ca. 30-50 kg
  • Augenfarbe: hellbraun bis gelb

Weiblicher Wolf: Fähe

  • Schulterhöhe: 60-80 cm
  • Kopf/Rumpflänge: bis 120 cm

Männlicher Wolf: Rüde

  • Schulterhöhe: 70-90 cm
  • Kopf/Rumpflänge: 100-140 cm

Einjährige Jungwölfe: Jährlinge

Neugeborene Jungtiere: Welpen

Fortpflanzung:

Ranzzeit: Januar bis März

Tragzeit: 61-64 Tage (63)

1 Wurf pro Jahr im Mai

4-6 Welpen (bis zu 12)

Geburtsgewicht: 300-500g

Entwicklung:

1-12. Tag: blind und taub

Ab 21. Tag: Verlassen der Wurfhöhle

Ab 30. Tag: Aufnahme von fester Nahrung (Fleisch)

Entwöhnung von der Mutter nach 6-8 Wochen

Abwanderung/Verlassen des Rudels mit ca. 1-2 Jahren

meist mit ca. 22 Monaten geschlechtsreif

Bevorzugter Lebensraum:

Grasland und Wälder

Lebensweise:

in Familienverbänden (Rudel), als Paar oder als territoriales Einzeltier

Rudel:

Lockerer Verbund von 5-10 Tieren einer Familie (Elternpaar, Jährlinge, Welpen)

(feste Rangordnungen nur in Gefangenschaft)

Revier (Europa):

abhängig von der Beutetierdichte, mind. 150 km2 (in Europa meist 150-350 km2), markiert durch Duftmarkierungen (Urin, Kot), Sichtmarkierungen (Scharren), Heulen.

Regelmäßige Kontrollpatrouillen durchs Revier.

Ernährungsweise:

Nahrungsopportunist, durchschnittlich 4 kg (in Ausnahmefällen bis zu 11 kg) Fleisch täglich, Hungerphasen von mehreren Tagen bis zu 2 Wochen

Bevorzugte Beute in Europa:

Rehe, Wildschweine, Rotwild, Elche und Rentiere (auch Hasen, Mäuse, andere Kleinsäuger und Vögel), meist junge, alte oder kranke Tiere

Physiologie:

Gehör:

hört auch sehr hohe Töne 40 kHz (Mensch: 20 kHz) heulen hört er auf eine Distanz von bis zu 10 km, auch im Schlaf

Augen:

keine gute Scharfsicht, aber sehr gutes Bewegungssehen, gute Nachtsicht, Blickwinkel 250° (Menschen 180°)

Bewegungsapparat:

ausdauernder Langstreckenläufer (meist 25-30 km, bis zu 60 km pro Nacht), aber auch guter Sprinter und guter Schwimmer

Gangart:

energiesparende Fortbewegung im geschnürten Trap (bei der die Hinterpfoten in die Abdrücke der Vorderpfoten treten) oder im schrägen Trap (Hinterpfoten treten vor die Vorderpfoten)

Riechen:

100x besser als Menschen (Riechepithel eines Wolfes: 130 cm² (Menschen: 5 cm²), Witterung aus einer Entfernung bis zu 2 km.

Kommunikation:

vielfältige Körpersprache (Schnauze, Ohren, Schwanz, Körperhaltung), Duftstoffe, Laute (Heulen, Winseln). Das Heulen dient dabei der Reviermarkierung sowie der Einstimmung der Rudelmitglieder auf die Jagd.

Krankheiten:

Tollwut, Hundestaupe, Parvovirose, Räude, Borreliose

Lebenserwartung:

ca. 10-13 Jahre (bis 17 Jahre in Gefangenschaft), hohe Sterblichkeit im Jugendalter

Literatur:

Ilka Reinhardt, Gesa Kluth (2007). Leben mit Wölfen, Leitfaden für den Umgang mit einer konfliktträchtigen Tierart in Deutschland. BfN-Skript. Band 201.

http://www.wolfsregion-lausitz.de

L.D. Mech & L. Boitani (2005): Canis lupus.

Henryk Okarma, Dagmar Langwald (2002). Der Wolf - Ökologie-Verhalten-Schutz. 2. Auflage.