Tiger ist nicht gleich Tiger

Experten schätzen, dass es noch ca. 3200 Tiger in freier Wildbahn gibt. Von ursprünglich neun Unterarten leben derzeit noch sechs in den Wäldern Südostasiens und Sibiriens. Der kaspische Tiger, sowie die Unterarten, die auf Bali und Java lebten, sind bereits ausgestorben und damit unwiederbringlich von unserem Planeten verschwunden. Von den verbleibenden Tigerarten sind der Sumatratiger mit 400 Individuen sowie der südchinesische Tiger vom Aussterben bedroht. Letzterer kann mit nicht einmal 50 noch lebenden Exemplaren wahrscheinlich nicht mehr gerettet werden.

Um den in Indien beheimateten Bangal- oder Königstiger steht es noch vergleichsweise gut. Diese Unterart ist mit etwa 1850 Tieren die zahlenmäßig am stärksten vertretene. Grund zur Entwarnung gibt es dennoch nicht. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Königstiger als stark bedroht ein.

In seinem Bestand ebenfalls stark bedroht ist die größte Unterart, der Amur- oder Sibirische Tiger. Diese erreicht mit geschätzten 450 Individuen eine kritische Grenze. Und auch die indochinesischen und die malaysischen Tiger, deren Lebensraum sich von Myanmar über Vietnam, Laos, Thailand und Kambodscha bis nach Malaysien erstreckt, gelten mit 350 bzw. 500 Tieren als stark bedroht. 

Wie unterscheiden sich die Unterarten?

Die Unterarten unterscheiden sich in ihrem Körperbau sowie in ihrem Verhalten teilweise sehr voneinander. Jede ist optimal an ihren jeweiligen Lebensraum angepasst. Der Sibirische Tiger, der den rauen nordischen Wintern strotzen muss, ist beispielsweise etwa doppelt so groß wie seine Verwandten aus den tropischen Regionen und hat längeres und dichteres Fell. Der Sumatratiger hat als einzige Unterart Schwimmhäute zwischen den Zehen, die ihm schnelles Schwimmen ermöglichen. Auch die Fellfärbung und -streifung unterscheiden sich zwischen den Unterarten. Die Reviergröße und die Ernährungsweise hängen vom jeweiligen Lebensraum und vorhandenem Nahrungsangebot ab.

Die bekannten weißen Tiger sind sogenannte Teilalbinos und eine Laune der Natur. Sie sind genetische Variationen des Königstigers und keine eigene Unterart. Weiße Tiger kommen in der Natur äußerst selten vor und werden durch den Menschen gezielt gezüchtet.

Allen Unterarten ist gemein, dass sie trotz Schutzmaßnahmen, noch immer vielen Bedrohungen ausgesetzt sind. Während in Indien und Russland der Verlust und die Fragmentierung des Lebensraumes die größte Gefahr darstellt, ist die Wilderei in allen Ländern, in denen Tiger leben, die größte unmittelbare Gefahr für sie Tiger. In Myanmar, Vietnam und Thailand findet man Märkte, auf denen Produkte aus Tigerteilen zum Teil offen angeboten werden. In diesen Ländern werden traditionell Tigerpräparate für Behandlungen (innerhalb) der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) genutzt.

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Denn Tiger ist nicht gleich Tiger, aber jeder Tiger zählt.