Rettung von Braunbären in Russland

Auf der ganzen Welt gibt es immer weniger natürliche und sichere Lebensräume für Bären. Verantwortlich dafür ist vor allem das unaufhaltsame Vordringen des Menschen in Gebiete, die einst den Bären und anderen Wildtieren vorbehalten waren.

Das IFAW-Rehabilitationszentrum in Russland hat bereits über 200 Bären großgezogen und erfolgreich ausgewildert.

Die Arbeit der Station im westrussischen Dorf Bubonitsy gilt weltweit als vorbildlich, und wir haben die dort entwickelten Verfahren und Techniken an andere Rehabilitationsprojekte für Bären in allen Teilen der Welt weitergegeben.

Die Jagd auf Braunbären

Über Jahre hinweg zahlten wohlhabende Trophäenjäger für die Teilnahme an der Winterjagd auf Braunbären in Russland 2.000 US-Dollar pro Person. Hunde wecken die Bären aus dem Winterschlaf und die Jäger erschießen sie, wenn sie aus ihren Höhlen kommen.

Handelt es sich um eine Bärin, so steht ihren neugeborenen Jungen häufig ein trauriges Schicksal bevor. Einige überlässt man dem Tod durch Erfrieren oder Verhungern, während man andere als Haustiere an Dorfbewohner, an Wanderzoos oder Schausteller abgibt. In Jagdrestaurants besteht sogar eine gewisse Nachfrage nach Bärenfleisch.

Der IFAW unterstützt seit 1997 die Bemühungen zur Rettung und Rehabilitierung verwaister Bärenkinder. Zudem haben wir uns für eine Beendigung der Winterjagd stark gemacht. Dank unserer Initiativen verabschiedete Russland 2011 endlich neue Jagdgesetze. Sie verkürzen die Jagdsaison beträchtlich und verbieten die Bärenjagd im Winter, wenn die Tiere in ihren Höhlen Winterschlaf halten.

Die Rettung verwaister Bärenkinder

Manche der in unsere Tierstation eingelieferten Jungen sind erst wenige Tage alt. Im 350 km nordwestlich von Moskau gelegenen Rehabilitationszentrum des IFAW werden Bären mit der Flasche gefüttert und gepflegt. Sind sie alt genug, kommen sie in ein großes Naturgehege, wo sie in sicherer Umgebung lernen, wie man im Wald überlebt. Wenn sie das nötige Alter haben und an das Leben in freier Wildbahn gewöhnt sind, werden sie in der Nähe des Ortes ausgewildert, an dem sie aufgefunden wurden.

Wir haben geholfen, für die Bären am Waldrand ein neues Gehege zu bauen, das über einen eigenen Beobachtungsraum verfügt. Zusätzlich haben wir die Bohrungen für einen Trinkwasserbrunnen finanziert, den Bären einen Höhlenbau hergerichtet und Futter, Medikamente sowie andere Hilfsmittel besorgt.