China ist einer der weltweit größten Absatzmärkte für Wildtierprodukte. Die Nachfrage für Elfenbein, Haifischflossen oder Rhinozeroshorn boomt. Seit der Eröffnung des IFAW-Länderbüros in Peking im Jahr 1997 setzen wir uns für die Reduzierung der Nachfrage in China ein und bekämpfen den illegalen Handel mit Wildtierprodukten sowohl auf den herkömmlichen Umschlagplätzen als auch im Internet. Da unsere chinesischen Mitarbeiter mit der chinesischen Kultur und Gesellschaft bestens vertraut sind, können wir Initiativen und Kampagnen speziell für das Land entwickeln.

Grace Ge Gabriel, Leiterin des IFAW Asien, berichtet in ihrem Blog regelmäßig über unsere Arbeit in China, z.B. über unser Engagement für eine verbesserte Strafverfolgung oder Aktionen zur Verbraucheraufklärung.

Allein im Jahr 2012 erreichte der IFAW mit Aufklärungsaktionen auf Flughäfen, Bahnhöfen und öffentlichen Plätzen in ganz China Millionen von Menschen. Die Werbemaßnahmen mit einem Gegenwert von ca. 18 Millionen US-Dollar wurden dem IFAW von privaten Agenturen gespendet.

Eine unter dem englischen Titel „Making a Killing – A 2011 Survey of Ivory Markets in China“ erschienene IFAW-Studie, die die besorgniserregenden Ausmaße des illegalen Elfenbeinhandels darlegt, veranlasste die chinesische Regierung dazu, verschärft gegen den illegalen Wildtierhandel vorzugehen.

Nachdem der IFAW die chinesischen Behörden auf eine anstehende illegale Versteigerung von 400 Flaschen Tigerknochenwein hinwies, verhinderten diese die Auktion. Die staatliche Forstbehörde erließ später auch ein Verbot für die Versteigerung von Elfenbein, Rhinozeroshorn, Tigerknochen und anderen Produkten von gefährdeten Arten. Daraufhin sagten mehrere Veranstalter Auktionen ab, bei denen Produkte von gefährdeten Arten versteigert werden sollten.

Auf Drängen des IFAW hin löschte Chinas größte Suchmaschine Baidu.com 34.000 illegale Einträge für Wildtierprodukte und schloss 13 Online-Foren, in denen Wildtierhandel betrieben wurde.

Im Rahmen einer Aufklärungskampagne, die der chinesische Zoll, die CITES-Behörde und der IFAW im Juni 2011 gemeinsam durchführten, wurden auf 1.500 internationalen Flughäfen, Bahnhöfen, Postämtern und Zollbüros die Reisenden mittels Plakaten auf die Illegalität des Wildtierhandels aufmerksam gemacht.

Gemeinsam mit der chinesischen Regierung überzeugte der IFAW viele chinesische Internet-Auktionsportale, das Verbot von Wildtierhandel in ihre Nutzungsbestimmungen aufzunehmen. Taobao.com verbot als erstes Webportal bereits im Jahr 2005 den Handel mit Tigerknochen, Elfenbein, Rhinozeroshorn, Bärengalle, Schildkrötenpanzern, Schuppen von Schuppentieren und Haifischflossen, und viele andere Portale zogen mit Nutzungsbestimmungen nach, die sogar strenger sind als das chinesische Tierschutzgesetz.

Aufgrund von Hinweisen des IFAW gelang chinesischen Strafverfolgungsbehörden einer der größten Schläge aller Zeiten gegen den illegalen Wildtierhandel in China. Bei der Operation im Frühjahr 2012 wurden über 130.000 Wildtiere und Wildtierprodukte konfisziert, 7.155 Läden und 628 Internetportale geschlossen und Interneteinträge für illegale Wildtierprodukte entfernt.

Das langjährige Engagement des IFAW zur Verbesserung des Tier- und Artenschutzes in China zahlt sich langsam aus. 

Der IFAW auf dem Lehrplan

Die IFAW-Aufklärungskampagne „Mom I Got Teeth” („Mama, ich krieg Zähne”), mit der chinesische Verbraucher vom Kauf von Elfenbein abgeschreckt werden sollten, fand so guten Anklang, dass das Schulamt der Provinz Zhejiang die Idee der Kampagne nun auch in die Zulassungsprüfung für staatliche Oberschulen aufnahm, die im Jahr 2011 300.000 Schüler absolvierten.

Chinesische Lehrer und Fremdenführer erhalten Fortbildung zum Thema Tier- und Artenschutz

Im Laufe des Jahres veranstaltete der IFAW für über 130 Lehrer und Mitarbeiter von Schulen in ganz China Fortbildungen zum Thema Tier- und Artenschutz. In der Provinz Yunnan, wo sich der IFAW für den Schutz der letzten Asiatischen Elefanten einsetzt, machte das Schulamt das IFAW-Aufklärungsprogramm „Animal Action Education“ zu einer obligatorischen Fortbildungsmaßnahme für Lehrer und nahm den Tier- und Artenschutz in den Lehrplan auf. Außerdem entwickelte der IFAW ein Trainingshandbuch zum Thema Tier- und Artenschutz für Touristenführer in der Region.

Schüler machen sich für Tiere stark

Von Oktober 2011 bis Januar 2012 nahmen 180.000 chinesische Schüler aus über 200 Schulen in 16 Provinzen und Städten am IFAW-Aufklärungsprogramm für Schulen „Animal Action Week" teil. 25.000 Schüler unterzeichneten unsere Petition gegen den Elfenbeinhandel „Nein zum Elfenbein“.

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