IFAW und INTERPOL kämpfen gemeinsam gegen Wildtierhandel

Illegale Elfenbeinaufgriffe weltweit nehmen immer mehr zu: 24,3 Tonnen in 2011, 30 Tonnen in 2012 und 41,5 Tonnen in 2013. Nach Schätzungen werden pro Jahr etwa 36.500 Elefanten getötet – das sind 100 Elefanten pro Tag.

Wenige Tierarten sind durch den illegalen Handel so sehr bedroht wie die Elefanten. Internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen das verbrecherische Geschäft ist deshalb dringender denn je vonnöten.

Der IFAW arbeitet mit INTERPOL zusammen, um durch die Mobilisierung und bessere Vernetzung der zuständigen Vollzugsbehörden dem illegalen Elfenbeinhandel endlich die Stirn zu bieten. Im Jahr 2005 finanzierte der IFAW gemeinsam mit der Bosack and Kruger Foundation die Stelle eines Ermittlers für illegalen Wildtierhandel in der Interpol-Abteilung für Umweltverbrechen und stellte Gelder für die Entwicklung gemeinsamer Programme zur Bekämpfung des Wildtierhandels bereit.

Schulungen zur Bekämpfung des Wildtierhandels

Der IFAW unterstützt INTERPOL bei der Durchführung von Schulungen für Mitarbeiter von Vollzugsbehörden. In Afrika wurden solche bereits in 20 Ländern für Polizei- und Zollbeamte veranstaltet. Weltweit erreichten die vom IFAW finanzierten Schulungen bereits insgesamt 1.600 Mitarbeiter bei Polizei, Zoll und anderen Behörden in 30 Ländern.

Speziell für den Schutz von Elefanten und Nashörnern hat INTERPOL das Projekt WISDOM ins Leben gerufen, in dessen Rahmen Wildhüter für Einsätze gegen den Wildtierhandel geschult werden. Schulungsinhalte sind u.a. internationale Tierschutzgesetze, behördenübergreifende Zusammenarbeit, Risikomanagement, Befragungstechniken, Ermittlungstechniken, nationale Gesetze und ihre Durchsetzung. Langfristiges Ziel des Projekts ist die Reduzierung des illegalen Elfenbeinhandels, besserer Schutz für Wildtiere, effektivere Strafverfolgung sowie die klare Botschaft an alle Händler, dass illegaler Wildtierhandel ein schweres Vergehen ist und streng geahndet wird. Besonders hinter dem Elfenbeinschmuggel stecken oft internationale kriminelle Netzwerke, die ihn als lukrative Einkommensquelle zur Finanzierung ihrer illegalen Aktivitäten nutzen.

Operation WORTHY

Im März und April 2012 führte der IFAW gemeinsam mit INTERPOL Operation WORTHY durch, die bislang größte länderübergreifende Operation gegen den Schmuggel mit Elfenbein und Rhinozeroshorn in Afrika. Zur Vorbereitung auf die Aktion finanzierte der IFAW eine Schulung für Wildhüter aus zehn Ländern im Botswana Police College. INTERPOL führte den Workshop mit Unterstützung von Environment Canada durch. Das bei der Schulung vermittelte Know-how in Sachen Wildtierhandel trug maßgeblich zum Erfolg der Operation WORTHY bei.

Primäres Ziel der Operation WORTHY war es, die kriminellen Organisationen anzugreifen, die hinter dem Elfenbeinhandel stecken. Mitarbeiter verschiedener Institutionen, darunter Polizei, Umweltbehörden, Zoll und Finanzbehörden führten in Geschäften, auf Märkten und anderen Umschlagplätzen zahlreiche Kontrollen und Durchsuchungen durch. Über 300 Beamte in 14 afrikanischen Ländern waren an der Operation beteiligt.

Ergebnisse

  • 214 Verhaftungen
  • Beschlagnahmung von 2 Tonnen geschmuggelten Elfenbeins
  • Beschlagnahmung von 20 Kilo Rhinozeroshorn
  • Konfiszierung von 30 illegalen Feuerwaffen, ein Großteil davon militärtauglich

Operation WORTHY war die bisher größte von INTERPOL koordinierte Operation gegen den illegalen Elfenbeinhandel. Die Aktion war nicht nur beispiellos, was die Zahl der Beschlagnahmungen und Verhaftungen angeht, sondern sie war auch der bislang größte Schlag gegen die kriminellen Organisationen, die mit der Tötung von Wildtieren und der Zerstörung ihrer Lebensräume Millionen verdienen. Außerdem richtet sie sich gegen damit zusammenhängende Verbrechen wie Mord, Korruption und Geldwäsche.

Die Operation ist lediglich ein erster kleiner Schritt in der langfristigen Strategie des IFAW, den Schmuggel von Elfenbein und Rhinozeroshorn in Afrika und anderswo zu reduzieren.