Wiederbelebung des indischen Manas-Nationalparks

 

Der Manas-Nationalpark liegt im äußersten Norden Indiens, teils in Bhutan, und gehört zu Indiens wichtigsten Artenschutzgebieten. Im Grünland-Ökosystem des Parks leben 21 der in Anhang 1 des indischen Wildtierschutzgesetzes von 1972 gelisteten gefährdeten einheimischen Tierarten. Darunter Tiger, Asiatische Elefanten, Panzernashörner, Goldlanguren und Goldkatzen, Borstenkaninchen, Zackenhirsche, Gaure (eine Rinderart) und Nebelparder.

Allerdings wirkten sich die politischen Unruhen der 1980er und frühen 1990er Jahre verheerend auf die Wildtiere aus. In weniger als einem Jahrzehnt verlor das Gebiet fast alle seiner 100 Nashörner, viele Barasinghas und wilde Büffel und eine große Anzahl Elefanten und Tiger.

Als die Unruhen nachließen, half der IFAW in Zusammenarbeit mit dem Wildlife Trust of India (WTI) und der Forstverwaltung von Assam bei der Neubesiedlung des Parks. Hierdurch wurde er abermals zu einem der bemerkenswertesten Wildparks der Erde.

Die Rückkehr der Wildtiere in den Manas

Nach dem Abebben des Konflikts begann der IFAW, in Kooperation mit seinen Partnerorganisationen Wildlife Trust of India (WTI) und Assams Forstverwaltung, Nashörner, Elefanten und andere Wildtiere zurück in den Park zu bringen. Bislang wurden sechs Nashörner und 11 Elefanten in Manas angesiedelt. Fünf der elf Elefanten kamen 2011 in den Park.

Bis zu ihrer Auswilderung versorgten wir diese verwaisten Tiere in unserer Rettungsstation in der Nähe von Kaziranga. In der Gegend gibt es jedoch so viele menschliche Siedlungen, dass sie für eine Auswilderung nicht in Frage kommt. Die Mütter der Jungtiere waren von Wilderern getötet oder im Zuge von Naturkatastrophen - etwa Fluten - oder bei Konflikten mit Menschen von ihren Herden getrennt worden.

Im Kampf gegen die Wilderei arbeiten wir mit den Gemeinden von Manas zusammen und fördern die Schulung und Ausrüstung von Wildhütern, damit die Wildtiere in dieser zum Weltkulturerbe gehörenden Gegend wieder aufleben können.