Mehr Schutz für bedrohte Tiere? CITES-Konferenz tagt in Bangkok

Freitag, März 1, 2013

Hamburg, 1. März 2013 – Am 3. März beginnt in Bangkok die 16. Vertragsstaatenkonferenz des Artenschutzübereinkommens CITES (Convention on International Trade in Endangered Species). Bis zum 14. März werden Regierungsvertreter wichtige Entscheidungen über den Schutz bedrohter Arten treffen. Es geht um die Frage, ob und wieviel Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten erlaubt wird.

Der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) ist mit einer Delegation von 12 Experten vertreten, die sich für den Schutz bestimmter Tierarten wie Eisbären, Haien, Tiger und Elefanten einsetzen werden.

„Es liegen einige für den Artenschutz elementar bedeutende Anträge vor“, so Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe und Leiter des IFAW-Deutschland. „Wir werden die Regierungsvertreter daran erinnern, dass ein konsequenter Schutz der Arten oberste Priorität haben muss und sie sich nicht politischem oder wirtschaftlichem Druck beugen dürfen.“

Eines der Topthemen der Konferenz wird der Schutz der Haie sein. Einige Haiarten sind durch Überfischung und das so genannte Finning massiv bedroht. Dabei werden nur die Flossen der Haie abgetrennt und für Suppe verwendet, während der Rest des Körpers tot oder lebendig wieder ins Meer geworfen wird.

„Es werden jährlich bis zu 100 Millionen Haie durch Finning und Überfischung getötet“, so Dr. Sonntag. „Die Bestände vieler Populationen sind dadurch um 80 oder gar 90 Prozent zurückgegangen, andere sind schon so gut wie verschwunden.. Wir fordern die Regierungsvertreter bei CITES auf, einige Hai- und Manta-Arten auf Anhang II zu listen, das bedeutet, dass der Handel eingeschränkt und kontrolliert wird. Das ist ein unerlässlicher Schritt, um sie vor dem Aussterben zu bewahren.“

Auch über das Schicksal der Eisbären wird in Bangkok entschieden. Es leben noch etwa 20 000 bis 25 000 Tiere in Kanada, Grönland, Norwegen, Russland und den USA. Experten schätzen, dass zwei Drittel der Population bis 2050 aufgrund des Klimawandels ausgestorben sein werden. Dennoch dürfen pro Jahr ca. 400 Tiere für den internationalen Handel mit deren Produkten bejagt werden.

„Eisbärbestände sind so heftig dezimiert worden, dass wir alles in unserer Macht stehende tun müssen, um die verbliebenen Tiere zu retten“, sagt Dr. Sonntag. „Sie erfüllen alle Kriterien um den höchsten Schutzstatus, Anhang I, zu erhalten. In dieser Situation ist jeder getötete Eisbär einer zuviel.“Vor drei Jahren wurde auf der CITES-Konferenz der African Elephant Action Plan (AEAP) ins Leben gerufen, um koordiniert gegen die Bedrohung der Elefanten vorzugehen. Das Hauptziel: „das illegale Töten von Elefanten und den illegalen Handel mit Elefantenprodukten zu verringern“.

„Es gibt einige Anträge zum AEAP auf der CITES-Konferenz“, so Sonntag weiter. „Wir werden uns für eine konsequente Umsetzung des Plans einsetzen, der zu effektiverem Vorgehen der Behörden und somit der Bekämpfung der Elefantenwilderei führt. Außerdem wollen wir mehr Länder auffordern, den African Elephant Action Plan finanziell zu unterstützen.“

 

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