Unentschlossenheit der EU gefährdet Eisbären

Donnerstag, Januar 31, 2013
Hamburg

Wichtige EU-Länder sind noch unentschieden, ob sie einem Antrag zustimmen sollten, der ein internationales Handelsverbot für Eisbären unter dem Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen (WA oder englisch CITES) zur Folge hätte. Zu den unentschlossenen Ländern gehören Frankreich, die Niederlande, Schweden, Finnland, Spanien und Portugal. Für einen stärkeren Schutz der Eisbären sind bisher Deutschland, Österreich, Großbritannien und Belgien.

Ein Treffen der EU Umweltminister ist für den 6. Februar geplant. Dann wollen die EU-Länder eine gemeinsame Haltung festlegen, die sie auf der 16. CITES Vertragsstaaten-konferenz vom 3. bis 14. März in Bangkok, Thailand, vertreten wollen. Bei dieser Konferenz stimmt die EU als Block ab. Können sich die 27 Mitgliedsländer nicht auf eine einheitliche Position einigen, enthalten sich alle EU-Länder der Stimme.

Mit 27 Stimmen von den 177 Mitgliedsländern kommt der EU eine entscheidende Rolle zu, ob Anträge eine erforderliche Mehrheit erhalten oder nicht.

„Die EU-Länder haben das Schicksal der Eisbären in der Hand. Sie sollten auf ihre Bürger und die Wissenschaftler hören.“ sagt Peter Pueschel, Direktor für Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds). „Beide machen deutlich, dass der internationale Handel mit Eisbären oder Eisbärprodukten ein Ende haben muss.“

Die USA und Russland haben für die CITES-Konferenz den Antrag eingebracht, Eisbären in die höchste Schutzkategorie des Übereinkommens aufzunehmen. Nur Kanada erlaubt derzeit die Jagd für den internationalen Handel mit Eisbären oder Eisbärprodukten. Jedes Jahr werden in Kanada etwa 600 Eisbären gejagt und Produkte von durchschnittlich 441 Bären international gehandelt.

„Der Klimawandel ist sicherlich die größte Bedrohung für die Könige der Arktis,“ so Pueschel weiter. „Aber der internationale Handel bedroht die schwindende Population zusätzlich und kann relativ einfach und umgehend abgestellt werden. Die Eisbären brauchen jede Hilfe, um zu Überleben.“

Insgesamt wird der Bestand der Eisbären auf 20.000 bis 25.000 Tiere geschätzt, etwa 15.000 davon leben in Kanada. Sieben der 13 Populationen in Kanada sinken. Eine Karte der Weltnaturschutz-Union IUCN zeigt die Entwicklungstendenzen der einzelnen Eisbärpopulationen. Klima- und Eisbärexperten gehen davon aus, dass im Jahr 2050 nur noch ein Drittel überlebt haben werden.  Mehr unter http://pbsg.npolar.no/en/dynamic/app/.

Post a comment

Pressekontakt

Andreas Dinkelmeyer
Telefon:
+49 (0)40 866 500 15
Mobiltelefon:
+49 173 622 75 39
E-Mail: