Bundestag entscheidet über Handel mit Robbenprodukten

Donnerstag, Oktober 19, 2006
Berlin
Heute stimmt der deutsche Bundestag über einen Antrag auf ein nationales Handelsverbot für Robbenprodukte ab. Alle Fraktionen haben ihre Unterstützung zugesagt. Der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) engagiert sich seit Jahren für die Einführung eines entsprechenden Gesetzes in Deutschland.
Mit einer riesigen aufblasbaren Robbe und einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor unterstrich der IFAW heute seine Forderung nach dem Verbot. Die MdBs Cornelia Behm, Bärbel Höhn (beide Bündnis 90/Die Grünen), Waltraud Wolff (SPD), Dr. Peter Jahr (CDU) und Eva Bulling-Schröter (PDS) zeigten durch persönliche Anwesenheit ihre Unterstüt-zung.      
Jahrzehntelange, weltweite Proteste konnten die kanadische Regierung nicht davon abbringen, alljährlich das Abschlachten von mehr als 300.000 jungen Sattelrobben zu erlauben. Viele Länder handeln nun ihrerseits, indem sie nationale Handelsverbote erlassen und damit die Absatzmärkte schließen. Im- und Exportverbote existieren bereits in den USA, Mexiko und Kroatien, ein temporäres in Italien. In Belgien und den Niederlanden stehen die Handelsverbote kurz vor der endgültigen Abstimmung im Parlament.
 
Der IFAW hat in den letzten Jahren immer wieder internationale Politiker zur Robbenjagd nach Kanada mitgenommen. In diesem Jahr reiste auch die deutsche Politikerin Bärbel Höhn (Bündnis 90/Grüne) mit und konnte sich vor Ort von der Grausamkeit und Sinnlosigkeit der Jagd überzeugen.
 
„Es wird Zeit, dass die europäischen Länder gegenüber der kanadischen Regierung deutlichere Zeichen setzen,“ so Dr. Ralf Sonntag, Leiter des deutschen IFAW-Büros. „Ein Handelsverbot in Deutschland hätte große Signalwirkung gegenüber Kanada und ist ein wichtiger Schritt zu einem EU-weiten Verbot.“

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Pressekontakt

Dörte von der Reith (IFAW, Germany)
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