IFAW-Forschungssegler untersucht Schweinswale in der Nordsee

Dienstag, November 1, 2011
Hamburg
Das Forschungsschiff des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds), Song of the Whale, segelt kommenden Montag Richtung Doggerbank in der Nordsee, um Meeressäuger, insbesondere Schweinswale, zu erforschen. Es handelt sich um Europas kleinste Walart. Das Schiff startet im englischen Hafen Ipswich, das Forschungsprojekt soll 20 Tage dauern.

Die Untersuchung soll das Vorkommen von Schweinswalen um die Doggerbank und die umliegenden britischen, niederländischen und deutschen Gewässer klären. Dieses Gebiet könnte die Bedingungen für ein marines Schutzgebiet erfüllen, aber mehr Forschung ist nötig, um aktuelle Tendenzen in der Verbreitung der Schweinswale außerhalb der Küstengewässer der Nordsee zu erkennen. Die Daten sollen außerdem helfen, über eine Reduzierung der Aktivitäten in dieser Gegend zu entscheiden, die das natürliche Verhalten und Bewegungsmuster der Schweinswale stören könnten. Zu diesen Aktivitäten gehört die Fischerei oder die Entwicklung erneuerbarer Energien.

Es gibt noch immer zu wenig Daten über den Bestand, die Verbreitung und die Wanderbewegungen von Schweinswalen in der Nordsee und über ihren gegenwärtigen Gefährdungsstatus. Ihre Dezimierung durch Beifang und Strandungen gibt schon seit Jahren Anlass zur Sorge.

„Seit über zwei Jahrzehnten leistet der IFAW Pionierarbeit in der auf den Schutz der Tiere orientierten Erforschung von Meeressäugern“, so Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe und Leiter des IFAW-Deutschland. „Bei diesem Projekt arbeiten Regierungen und NGO-Mitarbeiter zusammen, um einen möglicherweise gefährdeten Lebensraum genauer zu untersuchen. Wir waren führend in der Entwicklung technischer Methoden, um die schwer zu erforschenden Schweinswale untersuchen zu können und freuen uns, diese Studie zu koordinieren. Wir hoffen, dass dies zu weiterer internationaler Zusammenarbeit zum Schutz der europäischen Schweinswale und ihrem Lebensraum führt.“

Das Team der Song of the Whale benutzt ausschließlich nicht-invasive Forschungsmethoden wie Fotoidentifikation und passive Akustik mittels Unterwasser-Hydrophonen, um mehr über Meeressäuger und mögliche Schutzmaßnahmen herauszufinden.

Die IFAW-Untersuchung wird unterstützt von ASCOBANS, Wageningen IMARES und WWF UK sowie weiteren deutschen und belgischen Organisationen.

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